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Comiczeichner Stephan Hagenow: "Ich bin kein Bildchenmaler"

Der Künstler und sein Kommissar: Stephan Hagenow hat den knurrigen Wachmann erfunden
(bc). Asterix, Mickey Maus und die Peanuts! Alles mega-erfolgreiche Comics, die ihre Berechtigung auf dem Markt haben. Für einen der bekanntesten deutschen Comiczeichner zählen jedoch andere Herausforderungen.

Stephan Hagenow (51) aus dem Alten Land versteht sich nicht als „reinen Bildchenmaler“. Seine Geschichten bedienen den Erwachsenenmarkt: Drama, Horror und ein bisschen Erotik. „Mit Kindercomics hatte ich noch nie was am Hut.“

Der Hauptschwerpunkt seiner Arbeit liegt seit knapp zehn Jahren auf dem ironisch angehauchten, kettenrauchenden „Kommissar Fröhlich“. Stephan Hagenow hat den kompromisslosen Polizisten erfunden. Von „Ernst Fröhlich“ sind bereits acht Comics im Kleinformat erschienen. Seit Kurzem löst der füllige Kommissar seine Fälle im wertigeren Hardcover-Farbalbum. Spielort ist die Region an der Niederelbe.

Album Nummer vier „Nur ein Niemand“ erscheint Ende September. Eine gemobbte Sekretärin geht auf Rachefeldzug und tötet ihre Peiniger mit Pfeil und Bogen. „Schon etwas abgedreht“, gibt Stephan Hagenow zu. Aber genau diese Storys sind es, die ihn antreiben, seit 30 Jahren immer wieder neue Geschichten zu Papier zu bringen.

Stephan Hagenow gilt in der Szene als Workoholic. Künstlerkollegen bezeichnen den Autor respektvoll als „unkaputtbares Stehaufmännchen“. „Geschichten wie im Wahn zu produzieren, entsteht in erster Linie über meine Fähigkeit als filmischer Erzähler“, sagt Stephan Hagenow.

Als Teenager und junger Erwachsener hat er Kinofilme verschlungen. Manchmal drei am Tag. Charles Bronson, Clint Eastwood und John Carpenters „Die Klapperschlange“ sind Eckpfeiler in Stephan Hagenows Jugend. Er sieht sich selbst zuvorderst als Autor: „Die Zeichnungen dienen mir lediglich als unverzichtbares Transportmittel.“ Wohl ein Grund dafür, warum vermutlich nie ein Roman von ihm erscheinen wird: „Ich habe es schon mal versucht, aber ich brauche die Bilder.“

Der umtriebige Künstler ist zudem als Illustrator für Film und Fernsehen tätig. Unter anderem zeichnet er seit Jahren in den „Müller Milchreis“-Werbespots den Kobold „Der kleine Hunger“. Auch für eine „Tatort“-Episode aus Kiel hat er ein Storyboard für eine Actionszene gezeichnet.

„Kommissar Fröhlich“ verliert Stephan Hagenow jedoch nicht aus den Augen. Band fünf und sechs sind bereits fertig. Von diesem viel beschäftigten Mann aus dem Alten Land wird noch einiges zu lesen (und zu sehen) sein.

• „Kommissar Fröhlich“ erscheint im Epsilon-Verlag, Kosten: 12,50 Euro (freigegeben ab 16 Jahren)