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Damit das Alte Land nicht im Wasser versinkt

Hans-Baltha Schacht vor dem Schöpfwerkskanal in Hollern-Twielenfleth (Foto: am)
am. Altes Land. Damit die Ortschaften und Wiesen im Alten Land nicht im Wasser versinken, wenn es regnet, ist die gesamte Fläche von einem engmaschigen Netz aus Drainage-Rohren durchzogen. Nur dank dieser unterirdischen Adern sowie der Gräben und Wettern ist der Marschboden im Alten Land überhaupt bewohnbar. Dass dies auch weiterhin so bleibt, darum kümmern sich die zahlreichen Wasser- und Bodenverbände in der Region.
In dem 2.500 Hektar großen Gebiet Hollern-Twielenfleth und Agathenburger Moor ist der Schöpfwerksverband Hollern-Steinkirchener Moor tätig. Der Vorsitzende Hans-Baltha Schacht erklärt, wie das sogenannte Oberflächenentwässerungsystem funktioniert.
Insgesamt 20 kleine und ein größeres Zwischenschöpfwerk pumpen das Wasser von den Feldern in Richtung des zwei Kilometer langen Schöpfwerkskanals Hollern-Twielenfleth. Am Ende befördern die drei Pumpen des Hauptschöpfwerkes das angesammelte Wasser in die Elbe.
Ein besonderes Augenmerk liegt vor allem bei regenreichem Wetter auf der Pflege des Kanals. „Wir müssen jeden Tag abwägen“, sagt Schacht, „steigt der Pegel in dem Entwässerungskanal zu hoch, müssen wir die Wasserpflanzen mit einem Unterwassermäher entfernen, damit das Wasser ungestört abfließen kann.“ Aber die Verbände hätten auch einen Naturschutzauftrag. Deswegen müsse gut überlegt werden, ob in das Biotop eingegriffen werden müsse.
Rund 80.000 Euro kostet die Unterhaltung der Gewässer und der Schöpfwerke inklusive der Stromversorgung jedes Jahr. Dies muss aus den Mitgliedsbeiträgen bezahlt werden.
Sorgen bereitet dem Vorsitzenden der geplante Bau der 120-Kilovolt-Stromtrasse der DB Energie (das WOCHENBLATT berichtete). Durch die Masten, die voraussichtlich ab September am Rand gebaut werden, wird der Schöpfwerksverband seine Aufgabe nicht mehr ohne Weiteres ausführen können. Denn das Rangieren mit der benötigten Maschine ist dann in der Nähe der Starkstrommasten zu gefährlich und für alternative Methoden fehle der Platz am Rande des Kanals.

Infos zu Boden- und Wasserverbänden
Die Boden- und Wasserverbände im Alten Land und aus der Region sind im Unterhaltungsverband Altes Land organisiert. Sie sind für die Gewässer zweiter Ordnung, also nicht für Flüsse und Kanalisation, zuständig.
Jeder Grundstückseigentümer ist automatisch Mitglied im Unterhaltungsverband. Die Mitgliedsbeiträge der Grundstückseigentümer werden nach der Fläche berechnet.