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Deichbewohner aus dem Alten Land sollen in Hannover gehört werden

Arno Hagenah und Volker Weinhard kämpfen für die Erhaltung der Häuser auf dem Deich (Foto: am)
am. Jork / Lühe. Wie sieht die Zukunft der Deichhäuser im Alten Land aus? Damit beschäftigt sich gerade der Umweltausschuss in Hannover. Aus nichtöffentlichen Protokollunterlagen einer Sitzung, die den Initiativen IG-Este und Deichbürger 13 vorliegen, geht hervor, dass sich das Umweltministerium in Hannover als Hardliner gegen die Änderung des Deichgesetzes positioniert hat.
Am Montag, 13. Juni, sollen nun in einer öffentlichen Ausschusssitzung betroffene Parteien aus dem Alten Land gehört werden. So langsam kommen den Vertretern der Initiativen aber Zweifel, ob dieser Termin tatsächlich zustande kommen wird, denn keine der Parteien hat bisher eine Einladung bekommen.
Neben den zwei oben genannten Interessengemeinschaften sollen unter anderem die Deichverbände, die betroffenen Gemeinden, der Verein zum Weltkulturerbe, die Sparkasse Stade-Altes Land und der Wasserverbandstag ihre Sicht darstellen. Volker Weinhard von der Initiative Deichbürger 13 und Arno Hagenah von der IG-Este formulieren offen ihre Bedenken: "Die Anhörung soll in drei Wochen stattfinden, so langsam wird es schwierig für Verbands- und Politikvertreter, diesen Termin einzuplanen."
Sie rufen dennoch alle Interessierten dazu auf, zu der Anhörung nach Hannover zu fahren. "Wir erhoffen uns, dass der Saal noch voller ist als sonst und dass wir unsere Position damit unterstreichen können", so Volker Weinhard.
Trotz der Bedenken sehen die beiden die Entwicklung aber prinzipiell positiv. "Die Tatsache, dass sich die Landtagsvertreter aller großen Parteien vor Ort einen Eindruck verschafft haben, gibt uns das Gefühl, dass wir ernst genommen werden."
Von der Position des Umweltministeriums sind sie hingegen enttäuscht. Das Protokoll, das ihnen vorliegt, stammt von einer Ausschusssitzung, bei der Mitglieder der Behörde gehört wurden. Der Tenor des Protokolls, so Volker Weinhard, sei: Die Häuser auf dem Deich sind nicht zu dulden. "Das Ministerium spricht immer von Einzelinteressen, dabei ist tatsächlich ein Drittel der Altländer Bevölkerung betroffen."
Zum Hintergrund: Die CDU-Landtagsfraktion hat einen Entschließungsantrag zur Überarbeitung des Niedersächsischen Deichgesetzes gestellt. Die aktuelle Version sieht keinen Bestandschutz für die Häuser auf dem Deich und in einer 50-Meter-Zone vor. Die Initiativen fordern eine Gesetzesänderung, die Außnahmegenehmigungen für Bau- und Umbaumaßnahmen ermöglicht, sofern die Deichsicherheit nicht beeinträchtigt wird.