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Der Wohngemeinschaft fehlen die Bewohner

Karin Hillengaß (li.) und Hildegard Hamm packen mit an und kochen gerne gemeinsam mit den Bewohnern.
at. Steinkirchen. Es ist ein einmaliges Projekt im Landkreis Stade: Die Senioren-Wohngemeinschaft in Steinkirchen. Zwei Bewohner wohnen zurzeit in dem neu renovierten Haus, die restlichen Zimmer stehen leer. Erna Boll (88) ist am 1. März in eins der Zimmer eingezogen und wünscht sich "mehr Leben im Haus". "Es gibt zwar immer wieder Bewerber, aber niemand zieht ein", sagt Hildegard Hamm, Initiatorin des Projekts. Warum könne sich niemand erklären. "Vielleicht, weil diese Lebensgemeinschaft so neu ist." Sie, Sozialpädagogon Karin Hillengaß und Ergotherapeutin Cathleen Stenzel hatten die Idee der Wohngemeinschaft "Hogendiek" (das WOCHENBLATT berichtete). Starten kann das Gemeinschaftsleben aber erst, wenn ein dritter Bewohner einzieht. Dann fließen auch die Gelder für den behinderten gerechten Umbau des Hauses. Das Geld wird aber vorrangig in einen Treppenlift fließen, denn über zwei behinderten gerechte Badezimmer verfügt die Wohngemeinschaft bereits.
Jetzt stehen drei Zimmer leer. Dabei ist das Haus gemütlich eingerichtet. In der großen und hellen Küche und im Wohnzimmer können sich die Mitbewohner gemeinsam aufhalten, Spieleabende veranstalten oder gemeinsam Fernsehen gucken. Jeder hat im eigenen großen, hellen Zimmer aber auch ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Ein Garten gehört auch mit zum Haus. Es ist genügend Platz für die Geburtstagsfeiern, auch mit den Angehörigen, die sogar in einem Gästezimmer übernachten können.
Ihre Räume richten die Bewohner selber ein, gerne mit Möbeln von zu Hause.
Ihren Tagesablauf bestimmen die Bewohner selbst. "Unsere Betreuung ist individuell", sagt Karin Hillengaß. Das unterscheide die gemeinnützige Einrichtung von einem Altenheim. Spaziergänge, Kochen und Klönen sind jederzeit möglich. Wenn mehrer Bewohner da sind, gibt es auch Tagesausflüge. Das Pflegepersonal, das zurzeit noch ehrenamtlich arbeitet, geht auf die Wünsche beim Essen zubereiten ein. Rund um die Uhr ist jemand im Haus und immer als Ansprechpartner da. Bei Bedarf kommt ein Hausarzt in die Wohngemeinschaft, auch Therapeutenbesuche können organisiert werden.
Ein Zimmer kostet 220 bis 300 Euro. Zusätzlich kommen 140 Euro an Nebenkosten hinzu. Außerdem zahlen die Bewohner 310 Euro Haushaltsgeld, darin enthalten sind Lebensmittel. Die Wohngemeinschaft arbeitet mit einem Pflegedienst zusammen, der die Senioren betreut. „Doch das Pflegepersonal ist immer nur zu Gast“, sagt Karin Hillengaß. Es soll alles so sein, wie in den eigenen vier Wänden. Sie betreut auch eine gut laufende Senioren-Wohngemeinschaft in Hamburg: "Dort funktioniert das Gemeinschaftsleben so gut. Ich wünsche mir, dass es in Zukunft in jeder Stadt diese Art der Wohngemeinschaft gibt."

• Besichtigungstermine können bei Karin Hillengaß unter Tel. 04161 - 5569802 oder 0173 - 2394175 vereinbart werden. Darüber hinaus beantwortet sie gerne Fragen und gibt weitere Tipps und Informationen zur Senioren-Wohngemeinschaft.