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Die Samtgemeinde Lühe baut ein neues Rathaus

So wird das neue Rathaus aussehen, das am Alten Marktplatz in Steinkirchen gebaut werden soll (Foto: Karsten Heins / am)
 
Samtgemeinde-Bürgermeister Michael Gosch (li.), Bauamtsleiter Rolf Riggers (3. v. li.) und die Fraktionsvorsitzenden vor dem alten Rathaus
am. Steinkirchen. Die Samtgemeinde Lühe baut für rund 3,2 Millionen Euro ein neues Rathaus im Zentrum von Steinkirchen. Trotz der hohen Kosten für den Neubau, habe eine Wirtschaftlichkeitsprüfung ergeben, dass diese Variante, die günstigere sei, teilte Bauamtsleiter Rolf Riggers in einem Pressegespräch mit. Die Politik hatte hinter verschlossenen Türen darüber debattiert und entschieden - mit einer Zweidrittelmehrheit für ein neues Rathaus. Die Entscheidung ist nicht unproblematisch, da die Haushaltskasse leer ist und sich die Samtgemeinde bei einem momentanen Schuldenstand von 5,7 Millionen Euro um weitere 4 Millionen verschulden wird.
Baubeginn soll im Frühjahr des nächsten Jahres sein. Direkt am Alten Marktplatz wird das neue Rathaus auf dem Gelände des ehemaligen Rewe-Marktes entstehen. Dort soll das zweigeschossige Gebäude optisch einen Abschluss des Marktes bilden, da es auf gleicher Linie mit den nebenstehenden Häusern gebaut wird. Auf 1.300 Quadratmetern Nutzfläche, inklusive des Kellers, werden ausreichend Räume für die Verwaltung, einen Ratsaal von rund 100 Quadratmetern und ein Service-Bereich im Erdgeschoss entstehen. In den Keller wird das Archiv, das momentan ausgegliedert ist, einziehen.
Stefan Schimkatis (SPD) wiederholte seine Kritik an der Neuverschuldung: "Wir werden uns auf 35 bis 40 Jahre verschulden. Viele von uns werden das dann schon veraltete, abbezahlte Rathaus nicht mehr erleben."
Die Pro-Argumente scheinen die Mehrheit der Ratsherren dennoch überzeugt zu haben. Die Mängel im jetzigen Rathaus sind, wie bereits berichtet, das Kernproblem. "Dieser Zustand wird von der Genehmigungsbehörde geduldet", sagt Samtgemeinde-Bürgermeister Michael Gosch, "aber wir müssen handeln." Denn es werden weder die Brandbestimmungen eingehalten, noch ist das Gebäude barrierefrei, noch können die Bestimmungen des Mitarbeiterschutzes umgesetzt werden. Das hatte die Prüfung eines Fachbüros ergeben.
Eine Sanierung des bestehenden Gebäudes wäre für rund 1,3 Millionen Euro zu haben. Aber, das unterstreicht Gosch, dann blieben der Platzmangel und andere Mängel. Warum der Neubau wirtschaftlich lukrativer sein soll, ist auf den ersten Blick nicht ganz einfach zu durchschauen. Es sind vor allem die jährlichen Einsparungen und die Synnergieeffekte, die das Projekt auf lange Sicht rechtfertigen würden, so die Befürworter. Der ausschlaggebende Punkt sind die Energiekosteneinsparungen auf 25 Prozent: "Das geplante Gebäude wird energetisch auf dem neuesten Stand sein", sagt der Bauamtsleiter. Außerdem produziert der Altbau, in dem das Jugendzentrum Steinkirchen momentan untergebracht ist, hohe Energiekosten. Der Umzug in das Gebäude des jetzigen Rathauses würde Geld sparen.
Die Nachnutzung des alten Rathauses, die zum großen Teil geklärt ist, würde auf lange Sicht noch weitere Vorteile bringen, so Gerd Grunwald (SPD). Der Auszug der Verwaltung wird eine Kettenreaktion hervorrufen: In den vorderen Teil wird die Bücherei ziehen und sich dadurch stark vergrößern. In die ehemaligen Räume der Bücherei würde die Schulmensa ziehen, die ebenfalls unter Platzmangel leidet. Dadurch werden nicht nur die Kosten für einen Mensaneubau (400.000 Euro) gespart, die Aufteilung des alten Rathausgebäudes in kleine Einheiten spart Geld, da dann andere Brandschutzbestimmungen gelten. Dennoch muss die Samtgemeinde auch hierfür nochmal 850.000 Euro investieren. Was wegfällt, sind außerdem die Mietausgaben für das Archiv und das Jugendzentrum.