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Flüchtling Ansar Khan hilft in Hollern-Twielenfleth, Igel fit für den Winter zu machen

Günter Stelling (li.) und Ansar Khan kümmern sich um Igel Paula (Foto: am)
am. Hollern-Twielenfleth. Weihnachten ist in Deutschland ein Fest, bei dem Liebe, Besinnlichkeit und Familie groß geschrieben wird. Selbst wer nicht traditionell Weihnachten feiert, will in diesen Tagen ungerne allein sein. Ansar Khan hat Schreckliches durchmachen müssen in seiner Heimat Pakistan. Im Alten Land hat er jetzt eine neue Familie gefunden - und eine neue Aufgabe. Der Flüchtling hilft, Igel fit für den Winter zu machen. Das WOCHENBLATT traf den Mann.
Ansar Khan hebt Paula behutsam aus ihrem Nest, um das Gehege für den Winterschlaf vorzubereiten. Seit einem halben Jahr arbeitet er jeden Tag in der Aufzuchtstation in Hollern-Twielenfleth. Über eine Initiative des Landkreises fand Khan die Beschäftigung bei Bärbel Schromm und Günter Stelling, Mitglieder im Verein "Komitee für Igelschutz". "Die beiden sind für mich wie eine Familie", erzählt der Mittfünfziger.
Dass sein Leben einmal so eine Wende nehmen würde, hätte Khan Anfang des Jahres nie für möglich gehalten. In seiner Heimat war er ein populärer Sänger, ein erfolgreicher Musikproduzent. Weil er aber zu einer Minderheit gehört und politische Lieder auf Urdu sang, musste Khan fliehen und seine alte Familie zurücklassen.
Jetzt wartet er im Alten Land darauf, dass sein Asylantrag bearbeitet wird. "Was kann ich schon in meiner Wohnung machen?", fragt er. Beschäftigung mache das Warten erträglicher. Deswegen sei er auch so glücklich, dem Ehepaar bei den Igeln helfen zu können. Nach sechs Monaten gemeinsamer Arbeit sind sie ein eingeschworenes Team geworden. "Die Arbeit gefällt mir", sagt Khan, "es ist ein wenig wie mit Kindern. Man muss sich um die Tiere kümmern".
Ohne Ansar Khans liebevolle Betreuung würden viele Igel den Winter nicht überleben.