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Gehbehinderter wünscht sich mehr Niederflurbusse

Wartet manchmal lange an der Haltestelle auf einen Niederflurbus: Peter Menzel
lt. Hollern-Twielenfleth. Spontan in die Stadt zu fahren ist für Peter Melzer (75) so gut wie unmöglich. Der gehbehinderte Rentner aus Hollern-Twielenfleth, der sich außerhalb des Hauses nur im E-Mobil fortbewegen kann, ist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.
Doch viele Busse verfügen nicht über die Niederflurtechnik und sind damit nicht barrierefrei. Erst kürzlich musste Melzer deshalb mehrere Stunden in eisiger Kälte am Stader Bahnhof warten und kam vollkommen durchgefroren zuhause an, sagt er.
Bereits vor rund einem Jahr hatte er gemeinsam mit seiner Tochter bei der KVG auf das Problem aufmerksam gemacht. Das Angebot des Unternehmens: Wenn Melzer sich einen Tag im Voraus meldet, würde die KVG einen Niederflurbus einsetzen.
"Im Alltag ist das aber nicht praktikabel", sagt Melzer. Er könne z.B. nicht vorhersehen, wie lange er für einen Arzttermin brauche. Außerdem wünscht er sich, auch mal ohne Ansage in die Stadt fahren zu können. "Jedesmal ein Großraumtaxi zu bestellen, kann ich mir auf Dauer nicht leisten", sagt Melzer.
Betonen möchte der Rentner, dass die Busfahrer und die Fahrgäste stets hilfsbereit und verständnisvoll sind und ihm gerne helfen möchten. "Es hapert lediglich an der Technik", sagt Melzer.
"Wir sitzen zwischen den Stühlen, weil wir mehrere Kundenschichten bedienen müssen", sagt KVG-Sprecher Michael Fastert auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Da Niederflurbusse nicht so viele Fahrgäste aufnehmen können wie gewöhnliche Busse, würden sie meistens zu Stoßzeiten nicht eingesetzt. Gleichwohl seien alle neuen Busse, die das Unternehmen anschaffe, mit der Niederflurtechnik ausgestattet. Da ein Bus aber rund 200.000 Euro koste und es keine Förderung mehr gebe, werde es wohl leider noch dauern, bis nur noch Niederflurbusse im Landkreis unterwegs seien, so Fastert.
Im Landkreis Stade sind insgesamt 115 Busse unterwegs, 75 davon sind barrierefrei.