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Kindergarten statt Rathaus

Hans Jarck gibt am 31. Oktober den Schlüssel für das Rathaus in Steinkirchen ab.
at. Lühe. Noch-Samtgemeindebürgermeister Hans Jarck (61) blickt entspannt seinem letzten Arbeitstag im Rathaus entgegen. Am 31. Oktober ist Schluss. In den sechs Wochen noch große Themen anzuschieben, sei unmöglich, sagt Hans Jarck. Aber am Haushalt für das Jahr 2015 gestalte er noch mit. "Es stehen schließlich auch noch Termine bis Ende Oktober im Kalender", sagt er und schmunzelt.
Am 1. November übernimmt Michael Gosch das Amt von Hans Jarck, der ihm auf jeden Fall helfen wird. Gosch wird einige Zeit brauchen, um sich in die Funktion eines Teamleiters einzufinden.
Während der eine schuftet, legt der andere erst mal die Füße hoch. "Bis Weihnachten werde ich die Zeit mit meiner Familie genießen", sagt Jarck. Seine Frau Gabi und die Kinder Lilli (16) und Jonas (20) freut es. Der Politiker will jetzt vermehrt reisen. "Ich könnte mir auch vorstellen, mit Gerhard Froelian über den Jakobsweg zu wandern", sagt Jarck und lacht. Der scheidende Samtgemeindebürgermeister in Horneburg ist noch auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung nach seiner Zeit im Rathaus. "Bei ihm weiß ich wenigstens, dass er Zeit hat."
Die beiden haben aber nur ein kleines Zeitfenster: Für Januar hat Jarck Pläne. Er will wieder in seinen alten Beruf als Sozialpädagoge zurückkehren. Hans Jarck ist gelernter Erzieher, hat Sozialpädagogik studiert und im Jugendamt in Stade gearbeitet. "Ich könnte mir vorstellen, im Kindergarten noch etwas zu bewirken", sagt er. Außerdem möchte er sich ehrenamtlich um Senioren kümmern. Zwei Themen, die ihn auch in seiner Amtszeit schon begleitet haben.
Als er vor acht Jahren zum Samtgemeindebürgermeister gewählt wurde, lagen ihm die Familienfreundlichkeit in der Samtgemeinde, die Grundversorgung der einzelnen Gemeinden und die Schuldenreduzierung am Herzen. Alle drei Lüher Kindergärten sind in seiner Amtszeit saniert und vergrößert worden, es sind auch mehr als 100 Krippenplätze entstanden. Auch in der Grundversorgung der Gemeinden ist Jarck ein großes Stück weiter gekommen. In Steinkirchen und Hollern-Twielenfleth entstand jeweils ein Supermarkt.
Für seinen Nachfolger Michael Gosch wird die Mobilität der Einwohner nun zum Thema werden, die Bewohner der kleinen Gemeinden wie Guderhandviertel müssen die Märkte auch erreichen. Gosch hat bereits angekündigt sich diesem Thema anzunehmen. Auch das Leader- und Klimaschutz-Projekt, das Jarck angeschoben hat, wird Gosch weiterfortführen.
Bei der Einheitsgemeinde biss sich Hans Jarck bei vielen Ratsherren und -Damen allerdings auf Granit. "Ich hoffe, dass ich den Prozess wenigstens ein wenig habe anschieben können und er sich vielleicht trotzdem weiterentwickelt." Dass er in dieser Sache nicht weitergekommen sei, deprimiere ihn.
Trotzdem werde er sich nach seiner Amtszeit auch wieder an einer Ratssitzung teilnehmen, vom Zuschauerraum aus. Die Arbeit überlässt er dann aber den anderen.