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Kirschen im Alten Land leiden unter nassem Wetter

Auch Thies (li.) und Frederik sind verrückt nach den süßen Früchten
am. Altes Land. Kirschen mögen es trocken - der Sommer ist aber genau das Gegenteil, nämlich regnerisch und nass. "Schlechter kann es eigentlich nicht mehr kommen", sagt Martin Kockerols, Berater für Landwirte mit Steinobst vom Obsbauzentrum in Jork. "In diesem Jahr hat jede Sorte, von Mitte Juni bis heute, eine Regenphase abbekommen." Durch die andauernde Feuchtigkeit gebe es viele Schäden an den Früchten und Einbußen bei der Ernte. Dennoch heißt das nicht, dass Obstfreunde komplett auf die süße Frucht verzichten müssen. Denn mittlerweile sind 40 Prozent der rund 200 Hektar Kirschanbauflächen im Alten Land überdacht. Deswegen fällt nicht die gesamte Ernte ins Wasser. Von insgesamt 4.500 Tonnen möglicher Ernte, so schätzt Kockerols, können vermutlich in diesem Jahr rund 3.000 Tonnen gepflückt werden.
Mehr als 30 Kirschsorten werden im Alten Land angebaut. Die wichtigsten Spätsorten, die Knubberkirschen "Kordia" und "Regina" werden jetzt geerntet. Bis Anfang August sind sie noch in den Hofläden erhältlich.
Obstbauer Hauke Meyer vom Hof Altona in Hollern-Twielenfleth hat vor zehn Jahren begonnen, seine rund vier Hektar große Kirschanbaufläche zu überdachen. Seit vergangenem Winter stehen alle sein Bäume geschützt. "Ich bin zufrieden mit dem Ertrag in diesem Jahr", sagt er. "Für die Landwirte, die ihre Kirschen im Freien stehen haben, ist es aber eine mittlere Katastrophe."
Denn bei andauernder Feuchtigkeit saugt das Steinobst das Wasser auf, sodass die Haut aufplatzt. Die Früchte sind beschädigt, anfälliger für Fäulnis und nicht mehr zu vermarkten. Hinzu komme, so Martin Kockerols, dass der Wintereinbruch im Januar und eine kalte Woche Ende April Knospen zerstört haben.
Das werde ein Schicksalsjahr für viele Obstbauern, sagt der Berater vom Obstbauzentrum voraus. "Nach diesem regenreichen Sommer werden sich viele Landwirte überlegen, ob sie in Überdachung investieren oder ganz aufhören."