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"Lkw-Rennstrecke vor der Haustür": Bürger in Mittelnkirchen wehren sich

Der Lkw-Verkehr im Alten Land hat zugenommen
lt. Mittelnkirchen. Als "Lkw-Rennstrecke" bezeichnet Joachim Streckwaldt die L140 in Mittelnkirchen. Der Polizeibeamte ist einer der direkt von dem zunehmenden Verkehr betroffenen Anwohner. Wie berichtet, hat sich die Zahl der Lkw, die sich durch den Altländer Ort schlängeln, innerhalb rund eines Jahres werktags täglich von 600 auf 700 gesteigert.
Außerdem sind viele Fahrzeuge zu schnell unterwegs. Zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Dollerner Brücke wurden 26 Prozent der Fahrzeuge (Fahrtrichtung Hamburg) bzw. 39,7 Prozent (Fahrtrichtung Steinkirchen) mit Geschwindigkeiten zwischen 60 und 69 km/h gemessen.
Rund vier Prozent der Fahrzeuge waren noch schneller unterwegs und rasten mit bis zu 80 km/h durch den Ort.
Die Anwohner Joachim Streckwaldt und Andrea Christophers ergriffen wegen der sich zuspitzenden Situation bereits im Herbst 2013 Initiative und schickten eine Liste mit rund 100 Unterschriften an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die Bürger fordern eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h für Lkw und Busse sowie ein Durchfahrtsverbot für Lkw, die nichts mit dem Alten Land zu tun haben.
"Wir haben schon Risse an den Häusern", sagt Streckwaldt, der sich sehr wohl dessen bewusst ist, dass die Spediteure ihre Fahrzeuge auf dem kürzesten Weg ans Ziel schicken. Trotzdem kämpft er für eine Besserung der Situation und will nicht warten, bis die Autobahn in rund sechs Jahren eine Entlastung bringen könnte.
Die Bürger denken über gezielte Aktionen nach, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Vielleicht werde zur Blütezeit in Mittelnkirchen schwarz geflaggt, so Streckwaldt. Er hat außerdem Kontakt zu einem Bürger aus Finkenwerder aufgenommen, der Jahrzehnte lang um die Ortsumgehung gekämpft hat. Gut möglich, dass die Mittelnkirchener die gelben Schilder übernehmen, die jahrelang an vielen Häusern in Finkenwerder hingen und auf Schäden durch den Lkw-Verkehr hinwiesen.
"Wir bleiben am Ball, auch wenn viele verbittert sind und glauben, dass wir sowieso keine Chance haben", sagt Streckwaldt. Immerhin habe kürzlich ein Gericht in Hessen entschieden, dass auf einer Bundesstraße künftig Tempo 30 herrsche, nachdem Anwohner geklagt hatten. "Das gibt uns Hoffnung."