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"Nicht einlullen lassen" / Bürgerinitiative Verkehrsflut Altes Land weiter aktiv gegen Transitverkehr

Seit zweieinhalb Jahren stellt der Verkehr in den Gemeinden im Alten Land eine hohe Belastung dar (Foto: Archiv)
am. Mittelnkirchen. Nachdem die Bürgerinitiative (BI) Verkehrsflut Altes Land in den vergangenen zweieinhalb Jahren immer wieder mit Aktionen auf die belastende Verkehrssituation in den verschiedenen Gemeinden aufmerksam gemacht hatte (das WOCHENBLATT berichtete), war es lange Zeit eher ruhig um die Protestbürger gewesen. Am vergangenen Montag parkte wieder ein Landwirt mit seinem Trecker mit Transparenten auf der L140 in Hollern-Twielenfleth. Zwar hatte die BI die Aktion nicht organisiert, doch rief sie den Handlungsbedarf wieder auf den Plan.
"Im Sommer und Herbst hatten vor allem die Landwirte wenig Zeit", sagt Rainer Ebeling, Sprecher der BI in Mittelnkirchen, Hollern-Twielenfleth und Grünendeich/Steinkirchen, "jetzt werden wir wieder Treffen organisieren, diskutieren und das Interesse der Bürger erfragen." Letzteres, wünscht sich Ebeling, könnte durchaus größer sein.
Denn an dem Problem hat sich nichts geändert: Seit der Öffnung der Finkenwerder Ortsumgehung nutzen die schweren Container-Auflieger das Alte Land als Durchfahrtsstrecke vom Hamburger Hafen nach Bremen oder Bremerhaven. Die Anwohner sind Lärm und ihre Häuser übermäßigen Erschütterungen ausgesetzt.
Ganz untätig sei man dennoch nicht gewesen, so Ebeling. Die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau hat Dialog-Treffen initiiert und das Dortmunder Unternehmen „IKU-Dialoggestalter“ als Vermittler zwischen Vertretern der Behörden und der Bürgerinitiativen eingesetzt. Dort vertritt die BI weiterhin vehement ihren Standpunkt. "Wir werden gehört und haben die versteckte Hoffnung, dass die Wahrnehmung unserer Interessen steigt", sagt der BI-Sprecher. Ein großer Erfolg der Bürgerinitiative sei in diesem Zusammenhang das demnächst stattfindende Treffen der Behördenvertreter in Hamburg. "Das ist das erste Mal, dass sich der Landkreise Stade und Hamburg zusammensetzen und über verkehrskonzeptionelle Belange sprechen." Bei dem internen Treffen werden auch einige wenige Vertreter von Bürgerinitiativen zugelassen sein. Die BI Verkehrsflut will Hamburg auf seine Verantwortung aufmerksam machen. Denn die Ortsumgehung in Finkenwerder habe erst die Schleusen für die Verkehrssituation im Alten Land geöffnet. Trotz oder gerade wegen der Dialog-Treffen ermahnt sich Ebeling zur Wachsamkeit. "Wir sind froh, dass wir eine Plattform für unsere Stimme erhalten haben, aber die Dialog-Treffen bergen auch die Gefahr, dass wir uns einlullen lassen."