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Rolf Lühmann tritt als Vorsitzender des Tourismusvereins Altes Land zurück

Rolf Lühmann hätte sich einen anderen Abgang gewünscht (Foto: Archiv / bc)
(am/bc). Der Vorsitzende des Tourismusvereins Altes Land, Rolf Lühmann, ist überraschend zurückgetreten. „Aus persönlichen Gründen“ und „wegen der Fehleinschätzung der finanziellen Lage des Vereins“ - so lautet die offizielle Begründung, die die Zweite Vorsitzende Silja Köpcke bei der Mitgliederversammlung Anfang der Woche den Mitgliedern verlas. Lühmann hatte den Vorstand bereits zwei Wochen zuvor informiert und war bei der Versammlung nicht mehr anwesend.
Unstimmigkeiten in den Ausgaben, die Lühmann direkt betrafen, aber auch allgemeine Unklarheiten zu den Finanzen des Vereins hatten schon bei der Mitgliederversammlung im November des vergangenen Jahres Fragen aufgeworfen (das WOCHENBLATT berichtete). Die Kassenprüfer hatten damals beantragt, den Vorstand nicht zu entlasten. Schließlich wurde er doch mit einer Mehrheit von 21:10 Stimmen entlastet.
Zum Hintergrund: Lühmann hatte dem Verein eine Rechnung für „diverse Tätigkeiten“ ausgestellt, die den Haushaltsposten im Jahr 2014 von 1.000 Euro um ein Vielfaches überstieg. Laut Satzung durfte er bis zu 19 Stunden im Monat mit je 25 Euro abrechnen. Kritik gab es unter anderem auch dafür, dass er 720 Euro im Jahr als Miete für die Unterstellung des vereinseigenen Anhängers erhielt.
„Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt der ehemalige Vorsitzende, der schon ein wenig enttäuscht über die Geschehnisse in den vergangenen Monaten ist: „Ich hätte mir einen anderen Abgang gewünscht.“ Der unterschwellige Vorwurf, er habe sich die Taschen voll gemacht, träfe keinesfalls zu. „Ich möchte den Weg frei machen für einen neuen Vorsitzenden.“
Rolf Lühmann, der während seiner langjährigen Tätigkeit im Verein viele Projekte vorangetrieben hat, hinterlässt im Verein eine Lücke. Interimsmäßig übernimmt Silja Köpcke die Leitung. „Das operative Geschäft läuft weiter wie bisher, aber was die innere Struktur angeht, muss sich der Verein zunächst neu sortieren“, so Köpcke. Im Zusammenhang mit der Nachfolge Lühmanns sei noch kein Name gefallen. Zunächst müsse darüber gesprochen werden, mit welchen Funktionen der Posten in Zukunft verbunden ist. Im Gespräch ist unter anderem eine Aufwandsentschädigung für den zukünftigen Vorsitzenden von 720 Euro pro Jahr. Lühmann erhielt für seine ehrenamtliche Tätigkeit keine Aufwandsentschädigung.
Zudem will der Verein für die Zukunft den Kontakt zu den Mitgliedern, vor allem zu den zwei großen - der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork - verbessern. „Unser Problem war, dass wir nicht transparent genug waren“, sagt Köpcke.
Nach dem Bekanntwerden der finanziellen Situation - 2014 wies der Haushalt ein Minus von mehr als 23.000 Euro auf - hatte sich eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Vertretern der Kommunen und des Vereinsvorstandes gebildet, die Fragen zu Finanzen und Struktur aufarbeitet. Im Verlauf der Treffen wurde deutlich, dass der Verein 2010 bis 2015 eine Rücklage von rund 68.000 Euro angesammelt hatte, was den Mitgliedern aber bis dato nicht bekannt zu sein schien.
Die Arbeitsgruppe soll, so zumindest der Wunsch der Kommunen, längerfristig bestehen bleiben.