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Soll niemand die A26 in Jork finden?

Das WOCHENBLATT versucht zu helfen: Dieses in Neukloster mit Kreide gemalte Hinweisschild auf die A26 in Jork ist bislang das einzige weit und breit
bc. Jork. Als was wurde die A26 nicht schon alles verspottet: "Einbahnstraßen-Autobahn", "Gaga-Autobahn", "Autobahn light". Die Wortschöpfung "Geister-Autobahn" könnte man seit einer Woche ergänzen.

Seit vorvergangenen Freitag ist die Anschlussstelle (AS) Jork nur in Richtung Stade offen (das WOCHENBLATT berichtete), doch bislang verirrt sich kaum ein Auto auf das etwa 4,5 Kilometer lange, ca. 61. Millionen Euro teure Teilstück. Für Lkw ist dieser Abschnitt ohnehin gesperrt.

Tagsüber scheint die Trasse wie ausgestorben zu sein, auch in den Morgen- und Abendstunden fühlt man sich als Autofahrer recht einsam auf der A26 zwischen Jork und Horneburg. Woran liegt es? Besteht kein Bedarf? Ist die Zeitersparnis überschaubar? Oder finden Auswärtige die neue Anschlussstelle eventuell gar nicht? Denn ausgeschildert ist die AS Jork nirgendwo.

Im Ort Jork sucht man vergebens nach einem Schild, in Dammhausen auch. In Neukloster gibt es nur eine Tafel mit dem Hinweis, dass die AS Jork für Lastwagen gesperrt ist - ohne Richtungsangabe, wo die Autobahnauffahrt zu finden ist.

Die Vermutung liegt nah, dass das Land bewusst zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf die Hinweisschilder verzichtet. Hans-Jürgen Haase, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade, bestätigt auf WOCHENBLATT-Anfrage: "Bisher handelt es sich bei der Teilfreigabe ja nur um ein Provisorium."

Ein Provisorium, das jedoch unter Umständen sechs Jahre lang bis zur Freigabe der AS Neu Wulmstorf im Jahr 2020 bestehen bleiben könnte.

Die Landesbehörde will durch die fehlende Beschilderung vermeiden, dass übermäßig viel Verkehr auf die noch nicht endgültig als A26-Zubringer ausgebaute Kreisstraße 26 geführt wird. In Dammhausen existiert bis jetzt erst ein provisorischer Kreisel, in Jork fehlt der Kreisel auf der L140 komplett, zudem ist die Ortsumgehung Jork noch nicht fertiggestellt.

Haase: "Außerdem wollen wir verhindern, dass es zu Irritationen bei Lkw-Fahrern kommt, die nicht auf die Autobahn in Jork fahren dürfen." Es sei davon auszugehen, dass 90 Prozent der Autofahrer die örtlichen Gegebenheiten kennen und auch ohne Beschilderung wüssten, wo sich die Anschlussstelle Jork befindet.

Aber was machen dann die Menschen, die sich hier nicht auskennen? Das WOCHENBLATT hat sich zu einer ebenso provisorischen wie zugegebenermaßen hilflosen Aktion hinreißen lassen und in Neukloster ein A26-Hinweisschild mit Kreide auf den Bürgersteig gemalt. Vielleicht liest es ja einer!