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Symphonie steht wieder zum Verkauf

Bevor Sebastian Stöber das Gebäude kaufte, war dort ein Urlauber-Café untergebraacht (Foto: am)
am. Wöhrden. Das ehemalige Ausflugslokal „Symphonie“ hat unruhige Zeiten hinter sich. Es diente als Rocker-Domizil und stand wegen einer Durchsuchung von Spezialkräften der Polizei in den Schlagzeilen. Jetzt steht die ehemalige Gastro-Immobilie wieder zum Verkauf.
An dem Gebäude wurde anscheinend seit Langem nichts getan. Mittlerweile macht das Grundstück einen vernachlässigten Eindruck. Der Putz an den Anbauten bröckelt und das Gras wächst hüfthoch. Dennoch sind Teile des Gebäudes offenbar noch vermietet.
Blick zurück: Als Sebastian Stöber die Symphonie 2010 bei einer Zwangsversteigerung erwarb, gab es Proteste aus der Bevölkerung. Zum einen hatte Stöber sich zuvor als Kandidat der rechtsextremen NPD in Tostedt aufstellen lassen, zum anderen war er Vize-Präsident der Rockergruppe Gremium MC, die für die Polizei in den Bereich der organisierten Kriminalität gehört. 2014 durchsuchten Spezialkräfte der Polizei das in der „Symphonie“ eingerichtete Clubhaus der Rockergruppe sowie anliegende Wohnungen. Damals hatte Stöber in einem Gespräch mit dem WOCHENBLATT erklärt, er wolle in dem Gebäude wieder ein Café einrichten. Kurze Zeit später bot er die Immobilie aber zum Verkauf an. Jetzt startet er offenbar einen neuen Versuch und scheint ernstzunehmende Angebote für die Immobilie erhalten zu haben. Er selbst hatte das Café bei der Zwangsversteigerung für 115.000 Euro gekauft.
Nach einer Veränderungssperre, die die Gemeinde Hollern-Twielenfleth verhängt hatte, um eine unerwünschte Nutzung durch Gremium MC zu verhindern, stellte der Rat 2014 einen Bebauungsplan auf. „Der Rat hat festgelegt, dass der historische Teil des Gebäudes erhalten werden muss“, sagt Gemeindedirektor Kai Schulz. Der Bebauungsplan definiert das Gelände zudem als Gewerbegebiet, in dem ein weiterer Gastronomiebetrieb möglich wäre. Ausdrücklich ausgeschlossen sind aber sogenannte Vergnügungsstätten sowie Bordelle oder bordellartige Betriebe. Die Gemeinde hatte damals befürchtet, dass Stöber dort ein solches Etablissement einrichten würde.
„Die Samtgemeinde hat kein Interesse, das Gebäude zu kaufen“, sagt Samtgemeinde-Bürgermeister Michael Gosch. Das gleich gelte für die Gemeinde Hollern-Twielenfleth.
Wer auch immer der neue Eigentümer der „Symphonie“ wird, die Bürger, die damals ein Bündnis gegen das Rocker-Clubhaus schmiedeten, würden sich freuen, wenn das Haus in Zukunft keine Schlagzeilen mehr macht.
• Sebastian Stöber konnte jüngst vor Gericht einen Erfolg erzielen. Das Oberlandesgericht Celle bestätigte ein Urteil des Stader Landgerichts, laut dem er nach einer polizeilichen Durchsuchung ein Anrecht auf Schadensersatz hat. Stöber hatte geklagt, weil die SEK-Kräfte bei der Durchsuchung Schaden angerichtet hatten. Im Visier der Beamten war nicht Stöber, sondern der Vorsitzende der Rockergruppe „Gremium MC“. Dieser wohnte zur Miete in einem Anbau der Symphonie.