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Telefonieren wie anno dazumal

Vom Aussterben bedroht: Gelbe Telefonzellen aus alten Bundesposttagen gibt es so gut wie keine mehr. In Hollern-Twielenfleth hält sich eine beharrlich
bc. Hollern-Twielenfleth. Sie wirkt wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, für die jüngere Generation wohl eher wie ein gelbes kastenförmiges Ufo aus einer fernen Galaxie. Die klassische Telefonzelle aus alten Bundesposttagen ist so gut wie ausgestorben. Sie ist mittlerweile in etwa so selten wie ein Elch im Alten Land.

In Hollern-Twielenfleth an der L140 (Siebenhöfen) steht noch so ein Original "TelH78“, das trotz immer stärkerer Verbreitung von Handys und Smartphones nicht aus dem Ortsbild verschwunden ist. Bezahlt werden darf laut Aufschrift sogar noch mit DM-Münzen. Beim Ortstermin hatte der WOCHENBLATT-Redakteur leider keine zur Hand.

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage bei der Deutschen Telekom, Nachfolge-Organisation der Bundespost, gibt es laut einer Sprecherin keine Auskünfte zu Umsätzen einzelner Zellen. Nur so viel: "Wenn sie genutzt wird, bleibt sie. Wenn nicht, kommt sie weg." Die Telekom betreibe in Deutschland noch ungefähr 35.000 Telefonzellen inklusive der modernen Telefonsäulen. Tendenz fallend.

Die schallarmen Zellen sind zu einem beliebten Sammlerstück geworden. Leute stellen sich den gelben Kasten in den Garten, zweckentfremden ihn als Gewächshaus oder installieren darin eine Dusche. In Buxtehude dient eine alte Zelle z.B. als Bücher-Ausleihe.

In einem Wald bei Potsdam lagert die Telekom ausrangierte Telefonzellen. Die Preise für die gelben und Magenta-farbenen Häuschen liegen zwischen 300 und 400 Euro. Interessierte müssen den Transport aber selber bezahlen. Auch wenn die Bürger in Hollern-Twielenfleth ihre Kultzelle vielleicht nicht mehr so oft nutzen, hoffen sie dennoch, dass ihnen ihr gelbes Original noch lange erhalten bleibt - als Erinnerung an die gute alte Zeit sozusagen.