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Viel Ärger ums feuchte Element

In seinem Keller hat Till Ropers eine Filteranlage einbauen lassen. Alle zwei Wochen sind die Filter mit schwarzen Teilchen verstopft (Foto: am)
Zahnarzt sauer über schmutziges Trinkwasser / Verband weist Anschuldigungen zurück

am. Steinkirchen. Wenn wir den Wasserhahn aufdrehen, erwarten wir klares, sauberes Wasser. Wenn Till Ropers seinen Wasserhahn aufdreht, dann schwimmen darin schwarze Flöckchen. Oder zumindest würden sie das, wenn er nicht selbst mit großem Aufwand die Metalle Eisen und Mangan - denn darum handelt es sich - aus dem Wasser filtern würde. Seit April 2014 steht er in regem Briefkontakt mit dem zuständigen Trinkwasserverband. Der hat zwei Mal die Leitungen gespült. An Till Ropers Problem hat sich aber nichts geändert.
Der Zahnarzt im Ruhestand führte bis vor vier Jahren eine Praxis im Erdgeschoss seines Hauses in Steinkirchen. Das Wasser würde seine empfindlichen medizinischen Geräte sofort kaputt machen, sagt er. Aber auch zum Trinken eigne sich das Wasser nicht, obwohl vom Gesundheitsamt als nicht gesundheitsschädigend beurteilt. "Wer möchte schon Wasser trinken, in dem schwarze Teilchen schwimmen?", fragt der Zahnarzt. Deswegen lies er auf eigene Kosten eine Filteranlage installieren. Die Praxis hat er an eine Nachfolgerin übergeben. Die Zahnarzthelferinnen wechseln nun die Filter alle zwei Wochen. "Das geht so seit Jahren", sagt Ropers, "und jeder Filterwechsel kostet mindestens 20 Minuten Zeit."
Über die Frage, woher die Verschmutzung herkommt, streitet sich Ropers mit dem Trinkwasserverband Stader Land. "Ich habe gehört wie Klempner erwähnten, dass vor meiner Haustür noch alte Leitungen liegen", sagt er. "Woher sonst sollte die Verunreinigung herrühren?" Er fordert den Verband auf, das alte Rohrstück auszutauschen und seiner Bringschuld für sauberes Wasser nachzukommen.
Fred Carl, Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes Stader Land, versteht die Anschuldigungen des Zahnarztes nicht. "Es gibt in dem gesamten Bereich vor der Arztpraxis keine Graugussleitungen mehr, nur noch Kunststoffleitungen", sagt Carl und verweist auf die Pläne. Trotzdem biete er Ropers an, weiter Spülungen der Leitung durchzuführen.
Woher die Verunreinigen stammen, darauf hat er keine eindeutige Antwort. Er gibt aber zu, dass durchaus mal Verschmutzungen im Wasser vorkommen. In den Leitungen, vor allem in den vorgelagerten Leitungssystemen habe sich über die Jahre Eisen und Mangan, das natürlich im Trinkwasser vorkommt und früher nicht herausgefiltert wurde, angesammelt. Wenn es dann mal stärker regnet oder die Feuerwehr größere Mengen Wasser entnimmt, könne es sein, dass sich die Ablagerungen lösen. Eine zweite mögliche Erklärung sei ein Rohr im Haus des Zahnarztes. Carl empfiehlt Ropers, das alte Eisenrohr auszutauschen. "Es ist möglich, dass die andauernden Verschmutzungen von diesem Teilstück stammen", sagt Carl.
Für Ropers sind das keine plausiblen Erklärungen: "Das ist eine absurde Schutzbehauptung". Die gelegentliche Lösung von Ablagerungen erkläre nicht die dauerhafte Verschmutzung. Außerdem würden sich Nachbarn nicht über Flocken im Wasser beschweren. Und das ein Meter lange Rohrstück könne auf keinen Fall Ursache für solche Mengen an Eisen und Mangan sein.