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CDU bleibt stärkste Fraktion im Samtgemeinderat Lühe

In der Samtgemeinde Lühe verfolgt alle Parteien die Wahlergebnisse gemeinsam
 
Strahlende Gewinnerin: Sonja Zinke, Bürgermeisterin von Steinkirchen mit Ehemann Sebastian (Foto: am)
am. Lühe. Lange mussten die Kandidaten für die Kommunalwahl in der Samtgemeinde Lühe auf die Wahlergebnisse warten. Bei der gemeinsamen Wahlparty im Dorfgemeinschaftshaus in Steinkirchen ging es gesellig zu. Die Verwaltung präsentierte mithilfe von Beamer und Mikrofon die sehr zögerlich eintreffenden Ergebnisse. Erst nachdem die Stimmen für den Kreistag und die einzelnen Gemeinden ausgezählt waren, gab es Zahlen für die Samtgemeinde.
Zuvor hatte in den Wahllokalen großer Andrang geherrscht. Im Dorfgemeinschafthaus Steinkirchen mussten sich die Wähler in eine lange Schlange einreihen. Das machte sich auch in den Zahlen bemerkbar: Die Wahlbeteiligung stieg von etwas mehr als 50 Prozent bei der Wahl 2011 auf 61,4 Prozent.
Die Verhältnisse im Rat der Samtgemeinde Lühe bleiben im Großen und Ganzen bestehen. Doch die etablierten Parteien CDU, SPD, FWG und Grünen haben alle Stimmen verloren. Viele davon konnte die zum ersten Mal zur Wahl angetretene rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) für sich vereinnahmen. Mit 9,4 Prozent schafft die Partei den Sprung in den Samtgemeinderat.
Stärkste Fraktion bleibt mit 36,1 Prozent die CDU. "Wir freuen uns über das Wahlergebnis, hatten uns aber mehr erhofft", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende und Bürgermeister von Guderhandviertel, Marco Hartlef. Mit 545 Stimmen schaffte er es auf Platz eins der CDU-Liste. Ihm knapp auf den Fersen folgte Sonja Zinke, die als Parteilose auf dem letzten Listenplatz für die CDU angetreten ist. Sie hat 538 Stimmen erhalten und katapultierte sich damit mit einem Direktmandat in den Samtgemeinderat. Sie freute sich über so viel Zuspruch der Bürger und strahlte an diesem Abend mit Ehemann Sebastian um die Wette.
Die SPD konnte 21,3 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen. Das sind 5,6 Prozent weniger als bei der Kommunalwahl 2011. Heinzfrieder Dürkes ist neu im Samtgemeinderat. Er erhielt 405 Stimmen, Jürgen Michaelis 266.
Für die FDP endete der Wahlsonntag mit einem Teilsieg. Nachdem die Liberalen in der letzten Wahlperiode nicht im Rat vertreten waren, konnten sie bei der aktuellen Kommunalwahl immerhin 3,2 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Somit schafften sie es mit einem Sitz in den Samtgemeinderat.
Großen Zuspruch erhielt auch Timo Gerke. 11, 2 Prozent der Stimmen holte der Direktkandidat bei den Bürgern der Samtgemeinde Lühe ein. Er hatte sich vor drei Jahren von der Wählergemeinschaft (FWG) getrennt und nahm jetzt bei der Wahl einen Teil der Stimmen mit. Die FWG verlor 4,4 Prozent und wurde vor der FDP mit insgesamt 8,3 zweitschwächste Partei.
Durch die neuen, vielfältigeren Verhältnisse wird das Regieren in der kommenden Amtsperiode schwerer. Der Vorsprung der CDU im Samtgemeinderat ist geschrumpft. Von ehemals neun Sitzen können die Christdemokraten jetzt noch sieben belegen. Für eine Mehrheit wird sich die CDU also einen oder mehrere Verbündete suchen müssen. Die SPD hat einen Sitz verloren und ist jetzt mit vier Personen im Rat vertreten. Das alte Bündnis aus SPD, FWG und Grünen ist jetzt nicht mehr so stark wie zuvor. Die Grünen, die FWG und die AfD bekommen jeweils zwei Sitze, die FDP einen. Ein Ratssitz verfällt, da Einzelkandidat Timo Gerke gemäß der Stimmanzahl zwei Sitze erhält.
Als stärkste Fraktion wird die CDU den Ratsvorsitz für sich beanspruchen. Als ersten Schwerpunkt für die kommende Ratsperiode haben sich die Christdemokraten die Nachnutzung des alten Rathausgebäudes auf die Agenda gesetzt. Diese Frage sei noch offen, so Marco Hartlef. "Wir werden das Thema in der nächsten Zeit aktiv anpacken."
Zu einer Stellungnahme nach den Wahlergebnissen war die AfD-Kandidatin Astrid zum Felde nicht bereit. Sie verwies lediglich auf die offizielle Pressemitteilung des AfD-Kreisverbandes. So wie bereits vor der Wahl lies sie auch hier einen kommunalpolitischen Bezug vermissen. Abzuwarten bleibt, wie sich die Rechtspopulisten, die wenig bis keine kommunalpolitische Erfahrung haben, mit ihren zwei Sitzen im Samtgemeinderat einbringen werden.
In Hollern-Twielenfleth schrumpft der Rat von 15 auf zehn Personen, da Einzelkandidat Timo Gerke rein rechnerisch sechs Sitze besetzen könnte, fünf davon verfallen. Gerke hat mit 37 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Zweitstärkste Kraft ist hier die CDU mit 28, 6 Prozent geworden, gefolgt von der FWGL mit 14, 2 Prozent.
In Steinkirchen hat die CDU mit 52,9 Prozent die absolute Mehrheit behalten können. Als jüngste Kandidatin hat es Lilly Jarck (18) in den Rat geschafft.
In der Gemeinde Guderhandviertel konnte die CDU mit Marco Hartlef ihren Vorsprung sogar noch auf 54,4 Prozent ausbauen.