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Erst 18, na und?: Junge Menschen in der Politik im Landkreis Stade

  am. Steinkirchen / Jork. Von wegen, die Politik vergreist. Es gibt auch junge Menschen, die jetzt in der Kommunalpolitik mitmischen werden. Lilli Jarck aus Steinkirchen und Lennart Köpke aus Jork sind zwei Nachwuchspolitiker, die gerade erst einmal 18 Jahre alt sind. Sie haben beschlossen, ihre Ideen und Themen aktiv zu vertreten.
„Es ist ein gutes Gefühl, sich einzubringen“, sagt Lilli Jarck. Sie sehe die Stunden, die sie nun für die Politik aufbringen werde, nicht als Opfer. Ich gebe gern etwas von meiner Zeit. Neben ihrer Erzieher-Ausbildung engagiert sie sich auch ehrenamtlich. Sie gibt Tischtennis-Training und hilft beim Vorkonfirmandenunterricht.
Der Entschluss, sich für den Gemeinderat Steinkirchen aufstellen zu lassen, sei sehr spät gekommen, so die 18-Jährige. Knappe zwei Monate vor der Wahl ließ sich Lilli Jarck auf der SPD-Liste aufstellen. Davor habe sie wenig mit Politik zu tun gehabt, auch wenn ihr Vater Hans Jarck früher Bürgermeister der Samtgemeinde Lühe war.
Erst die gesetzlichen Bestimmungen zu ihrem Beruf, die sie in der Ausbildung lernte, weckten ihr Interesse an den Prozessen der Gesetzgebung und der Politik. Und als ihr zukünftiger Parteikollege Jürgen Michaelis sie und ihren Bruder fragte, ob sie kandidieren wollten, sagte das Geschwisterpaar zu. Ihr Bruder Jonas ließ sich für den Samtgemeinderat aufstellen, schaffte den Einzug aber nicht.
Lilli Jarck hingegen zieht jetzt den Altersschnitt in ihrem Gemeinderat kräftig runter. Sie freut sich, ihre Ideen einbringen zu können und die Jugend in der Gemeinde zu vertreten. Besonders wichtig ist ihr momentan die 30-Tempo-Zone in Steinkirchen, die auch im Wahlprogramm der SPD steht. „Die Autofahrer fahren im Ort manchmal 60 oder 70 Stundenkilometer und vor allem in der Nähe des Kindergartens ist das sehr gefährlich.“
Lennart Köpke zieht in den Gemeinderat Jork für die CDU ein. Er organisierte 2015 und 2016 das Politikplanspiel „Pimp your Town“. Darin spielen Schüler in Zusammenarbeit mit den Kommunalpolitikern Ratssitzungen nach. Lennart Köpke lernte dabei nicht nur die politischen Abläufe, sondern auch einige Kommunalpolitiker und den Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann kennen. Dabei fing er Feuer und besuchte, sofern er konnte, jede Rats- und Ausschusssitzung. „Ich fand das richtig spannend.“ Ob er später beruflich in die Politik einsteigen möchte, kann der zukünftige Kaufmann für Versicherungen und Finanzen nicht sagen. „Zunächst ist mir meine Ausbildung wichtig.“
Das erste Mal mit Politik hat er sich 2008 auseinandergesetzt. Da war er zehn Jahre alt und die Krise zwischen Georgien und Russland weckte sein Interesse. Heute setzt er seinen Fokus auf die Kommunalpolitik. „Ich stehe hinter dem Programm der CDU in Jork.“ Er setzt sich für freies W-LAN in Jork ein und er möchte beweisen, dass auch junge Menschen in der Politik richtig mitmachen und Verantwortung übernehmen können. Ein klein wenig scheint ihm das schon gelungen zu sein.
„Ich glaube, viele junge Menschen sind gerade wegen der jungen Kandidaten zur Wahl gekommen.“