Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Lühe-Gemeinden trennen sich von ihren Regenwasserkanälen

Wer kümmert sich in Zukunft um das Regenwasser in der Samtgemeinde Lühe? (Foto: am)
am. Lühe. Seit rund drei Monaten diskutieren die Lühe-Gemeinden darüber, ob sie ihre Regenwasserleitungen abgeben sollen. Vier von sechs Gemeinden haben sich bereits für die Übertragung ihres Eigentums an die Samtgemeinde entschieden. Nur Grünendeich und Hollern-Twielenfleth konnten sich bis jetzt zu keiner Entscheidung durchringen.
In vielen Gemeinden hat sich in den letzten Jahren ein Sanierungsstau ergeben. In Steinkirchen müssten beispielsweise 400.000 Euro investiert werden, in Guderhandviertel rund 80.000 Euro. Insgesamt müssen mehr als 40 Prozent des 24 Kilometer langen Regenwasseranlage in der Samtgemeinde Lühe saniert werden. Der Abwasserzweckverband (AZV) Altes Land und Geestrand (siehe Kasten) würde die Sanierung für rund eine Million Euro übernehmen. Bedingung ist aber, dass die Gemeinden ihre Leitungssysteme an die Samtgemeinde übertragen, die diese wiederum an den AZV weitergibt. Die Gemeinden würden je nach Größe und Zustand des Leitungssystems zwischen 350.000 Euro und 370.000 Euro für die Überschreibung erhalten.
In vielen Räten gab es Diskussionsbedarf. Die Details zur Übertragung warfen einerseits viele Fragen auf, andererseits befürchteten viele Ratsmitglieder, dass hohe Gebühren auf die Bürger zukommen würden. Bisher wird die Instandhaltung über Steuern finanziert. "Die Gebühren müssten früher oder später auch von den Gemeinden erhoben werden", versicherte Rolf Riggers, Bauamtsleiter der Samtgemeinde Lühe. Diejenigen die ihr Regenwasser selbst in die Gräben entsorgen, könnten das aber auch weiterhin tun.
Riggers unterstreicht immer wieder den Synergieeffekt, den die Übertragung mit sich bringen kann: Da der AZV sich bereits um die Schmutzwasserbeseitigung kümmert, könnten viele Sanierungsarbeiten im selben Zuge gemacht werden. Die Mitarbeiter des AZV würden über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügen und hätten noch Kapazitäten frei.
Als erste der sechs Gemeinden beschloss Neuenkirchen ohne große Diskussion bereits im letzten Jahr, sich von seinen Regenwasserleitungen zu trennen. Kurze Zeit darauf folgte Steinkirchen. In der vergangenen Woche nun entschieden sich zudem die Räte in Guderhandviertel und Mittelnkirchen, ihre Anlagen abzugeben. Ehe sich der Samtgemeinderat diesem Thema zuwendet, stehen noch die Entscheidungen der Gemeinden Grünendeich und Hollern-Twielenfleth aus.

Die Samtgemeinde Lühe ist genauso wie die Samtgemeinde Horneburg und die Gemeinde Jork Mitglied im Abwasserzweckverband Altes Land und Geestrand. Deswegen findet kein Verkauf, sondern nur eine Übertragung der Regenwasserkanäle an den AZV statt. 1967 haben die drei Kommunen bereits die Aufgabe zur Schmutzwasserbeseitigung an den AVZ übertragen. 2002 übertrug der AVT diese wiederum an den Dachverband "Abwasserverband Untere Elbe".