Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Michael Gosch: "Ich sehe keine Gründe für eine Einheitsgemeinde"

Michael Gosch (Foto: oh)
at. Lühe. Michael Gosch (CDU) ist in Steinkirchen aufgewachsen und lebt dort mit seiner Frau und den drei Kindern. Der 57-Jährige hat in Kiel Rechtswissenschaften studiert und arbeitet seit 1988 bin ich als selbständiger Rechtsanwalt hier in Steinkirchen tätig.

1. Wie stehen Sie zur Einheitsgemeinde?
Der Umwandlung der Samtgemeinde Lühe in eine Einheitsgemeinde stehe ich kritisch gegenüber. Diese Maßnahme würde nur irgendeinen Sinn machen, wenn dadurch die Samtgemeinde Lühe besser aufgestellt werden würde. Dies kann ich nicht nachvollziehen. Wir sind eine gut aufgestellte Gemeinde. Wir stehen finanziell in gesunden Verhältnissen da. Ein Einsparpotenzial erkenne ich ebenfalls nicht. Demzufolge sehe ich keinen Grund, die gut aufgestellte Samtgemeinde Lühe in eine Einheitsgemeinde umzuwandeln.
Diesbezüglich weise ich allerdings darauf hin, dass dies immer am Einzelfall festgestellt werden muss. Die soeben gemachte Aussage gilt nur für die Samtgemeinde Lühe und nicht etwa allgemein in der Diskussion Einheitsgemeinde / Samtgemeinde. Eine Neubeantwortung der Frage würde sich sicherlich dann stellen, wenn sich hier zwei Samtgemeinden zusammenschließen würden, wie es beispielsweise Oldendorf und Himmelpforten getan haben. Dies steht aber überhaupt nicht zur Debatte, so dass ich die Bürgernähe, die eine Samtgemeinde Lühe durch ihre Einzelräte in den Mitgliedsgemeinden immer noch herstellt, nicht aufopfern möchte, ohne dass ich in irgendeiner Form eine Verbesserung der Lage der Samtgemeinde Lühe darin sehen würde. Die Samtgemeinde ist sicherlich auch keine schlechte Form einer kommunalen Einrichtung, da es im Landkreis Stade zehn Gemeinden gibt, zwei Städte und acht Gemeinden. Von diesen acht Gemeinden sind nur zwei, nämlich Drochtersen und Jork Einheitsgemeinden. Beide stehen mit Sicherheit nicht besser da, als die Samtgemeinde Lühe. In der wirtschaftlich guten Lage in der Metropolregion Hamburg sind auch keinerlei Zuschüsse vom Land Niedersachsen zu erwarten. Die Situation ist sicherlich im Landkreis Cuxhaven anders und auch im Süden von Niedersachsen.
Im Ergebnis sehe ich also keinerlei Vorteile für eine Einheitsgemeinde und bin deshalb der Meinung, dass die Samtgemeinde Lühe, so wie sie sich jetzt darstellt, eine gute bürgernahe Konstruktion ist, die es zu erhalten gilt.

2. Wie wollen Sie die Interessen der Bürger aus Lühe und das Deichgesetz zusammenbringen?
Das Deichgesetz in seiner jetzigen Form zeigt deutlich, dass bei seiner Entstehung beispielsweise die Belange hier an unseren Flüssen Schwinge, Lühe und Este in keinster Weise berücksichtigt worden sind. Das Gesetz ist schlicht und ergreifend hier vor Ort nicht umsetzbar und nicht praktikabel. Wenn wir das Deichgesetz beim Wort nehmen würden, könnten wir hier sämtliche Gemeinden entlang der Flüsse abreißen. Dies ist vollkommen ohne jeglichen Realitätsbezug. Demzufolge können wir nur darauf hindrängen, dass unsere Region entlang der Deiche hier als Sondergebiet ausgewiesen wird oder das darüber nachgedacht wird, die Widmungen zurückzunehmen. Eine Änderung des Deichgesetzes jedenfalls sehe ich nicht. Dies ist ebenfalls ein utopisches Unterfangen. Wir können uns hier nur auf unseren Sonderstatus stützen und dementsprechend mit Sondergenehmigungen oder Ausweisung als Sondergebiet Rechtssicherheit herstellen.

3. Sollte das Alte Land Weltkulturerbe werden? Warum?
Das Alte Land sollte unbedingt Weltkulturerbe werden. Es geht darum, die Reste einer einmaligen Kulturlandschaft zu bewahren, ohne das damit die Zukunft dieses Gebiets gefährdet wird. Es ist darüber hinaus auch eine werbewirksame Maßnahme um beispielsweise den Tourismus anzukurbeln, der sich mittlerweile neben dem Obstbau und dem üblichen Gewerbe auch zu einem wichtigen Standbein entwickelt hat. Der Werbeeffekt dieses Siegels ist nicht zu unterschätzen. Außerdem bewahrt es unsere Heimat.

4. Welche Schwerpunkte werden Sie in ihrer Amtszeit setzen?
Mein Schwerpunkt wird es sein, unsere privilegierte Position hier in der Samtgemeinde Lühe zu verteidigen, indem wir unsere vorhandenen Ressourcen pflegen, hegen und ausbauen. Dies gilt in Hinblick auf Familienfreundlichkeit durch Bereitstellung ausreichender Krippen und Kindergartenplätze. Dies gilt in der Erhaltung unserer drei Grundschuldstandorten. Die Attraktivität zum Wohnen und Arbeiten hier vor Ort muss gewährleistet bleiben, das heißt, es muss auch altersgerechtes Wohnen möglich sein. Hier hat es in Steinkirchen bereits gute Ansätze gegeben. Diese müssen auf die Samtgemeinde übertragen werden. Dabei ist auch über ein Mehrgenerationenhaus nachzudenken und insbesondere auch über eine öffentliche Verkehrsanbindung an die bestehenden S-Bahnhöfe Dollern und Horneburg. Dabei muss selbstverständlich immer wieder berücksichtigt werden, dass die Gemeinderäte in ihrer jetzigen Form und Zusammensetzung noch mindestens 2 ½ Jahre bestehenbleiben. Hier gilt es sich entsprechende Mehrheiten für entsprechende Vorhaben zu suchen. Es wird immer leicht vergessen, dass der Bürgermeister selber kaum Entscheidungsfreiheiten hat, diese hat er sich immer noch beim Gesetzgeber, nämlich bei den Gemeinderäten zu holen. Das heißt im Klartext auch, dass ich die gute Zusammenarbeit, die ich in meiner Eigenschaft als Bürgermeister der Gemeinde Steinkirchen und dementsprechend auch als Ratsvorsitzender der Samtgemeinde Lühe erfahren durfte, fortsetzen will.

5. Warum sind Sie der Meinung, eine gute Samtgemeindebürgermeisterin zu sein?
Ich glaube, dass meine berufliche Ausbildung, meine langjährige Tätigkeit als Rechtsanwalt und meine langjährige Tätigkeit in der Kommunalpolitik, das heißt im Samtgemeinderat, im Rat der Gemeinde Steinkirchen und im Kreistag dazu beiträgt, dass ich alle Probleme hier vor Ort kenne und dementsprechend weiß, welche Lösungsansätze hier von den einzelnen Strömungen angestrebt werden. Ich glaube, dass ich in der Lage bin, diese zu bündeln und zu guten Ergebnissen zu führen.
Meine juristische Ausbildung und auch meine Tätigkeit in Kommunen des Landes Schleswig-Holstein sowie meine kommunalpolitische Erfahrung haben mir ein gutes Rüstzeug gegeben, ein hoffentlich guter Bürgermeister zu werden.