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Nicola Hahn setzt sich für die Einheitsgemeinde ein

Nicola Hahn (Foto: Petra Baumgarten)
at. Lühe. Nicola Hahn (52) bewirbt sich um das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin in Lühe. Die Journalistin ist 2004 von Hamburg in die Samtgemeinde gezogen. Sie arbeitete als Chefredakteurin und bei mehreren Verlagen in Hamburg und Hannover sowie als Beraterin von großen Münchner und Hamburger Verlagen. Von Steinkirchen aus arbeitet sie heute als freie Journalistin und Beraterin.
"Weil ich mich schon immer sehr für Politik interessiere, verfolge ich natürlich auch die Kommunalpolitik in der Samtgemeinde Lühe sehr intensiv und engagiere mich unter anderem bei der Initiative Deichbürger13 sowie für die Verkehrs-Initiativen in den Gemeinden der SG Lühe."
Das WOCHENBLATT stellte ihr auch fünf Fragen über ihre beruflichen Schwerpunkte.

1. Wie stehen Sie zur Einheitsgemeinde?
Der Weg zur Einheitsgemeinde muss weiterhin intensiv sondiert werden. Deshalb begrüße ich es sehr, dass der Arbeitskreis auch nach dem für mich völlig unverständlichen Ausstieg von Steinkirchen weiter aktiv ist. Wir brauchen endlich Zahlen und Fakten, um offene Fragen zu beantworten und letztlich die Bürger gut zu informieren und darüber entscheiden zu lassen.

2. Wie wollen Sie die Interessen der Bürger aus Lühe und das Deichgesetz zusammenbringen?
Durch die Neufassung des Niedersächsischen Deichgesetzes und die Widmung der Lühe ist unsere Heimat in ernste Gefahr geraten. Es muss dringend eine Sonderregelung her, da sonst bei strikter Auslegung des Gesetzes nicht nur die Bäume weg müssten, sondern auch rund 290 Häuser auf dem Lühedeich sowie gut 1100 Häuser, Höfe, Gewerbebetriebe, das Seniorenheim Bergfried und die Kirchen in Mittelnkirchen und Neuenkirchen, die in einer Zone von 50 Meter hinter dem Deich stehen.
Deshalb bin ich bei Deichbürger13 und dem Netzwerk Altes Land aktiv, um beim zuständigen Umweltministerium in Hannover eine solche Sonderregelung zu erreichen und wieder Rechtssicherheit für die Betroffenen – rund ein Drittel aller Bürger in der Samtgemeinde Lühe – herzustellen. Natürlich werde ich dieses Ziel auch als Bügermeisterin weiterverfolgen. Ebenso werde ich mich weiter einsetzen für die Aufnahme der Lühe in das Hochwasserschutzprogramm sowie die Erarbeitung eines Hochwasserrisikomanagementplanes und die Gründung eines Unterhaltungsverbandes für den gesamten Flusslauf Aue und Lühe. Am 25. Juni gibt es dazu einen Runden Tisch bei Staatssekretärin Almut Kottwitz im Umweltministerium, bei dem auch ich die Interessen der Bürger der Samtgemeinde Lühe vertreten werde.

3. Sollte das Alte Land Weltkulturerbe werden? Warum?
Ja, unsere einmalige, von früheren Generationen so hart erschaffene Kulturlandschaft verdient einen besonderen Schutz. Bedrohungen wie Elbvertiefung, LKW-Lawinen oder Stromleitungstrassen – um nur einige zu nennen – wären für ein Welterbe undenk- und deshalb abwendbar.
Allerdings habe ich bei meinen Hausbesuchen erfahren, dass viele Obstbauern dem Welterbe noch mehr als skeptisch gegenüber stehen. Sie fühlen sich – auch von ihren eigenen Verbänden – übergangen. „Uns hat niemand gefragt“, hörte ich oft. Ihre Bedenken: Bald nicht mehr wirtschaftlich arbeiten zu können, weil fortschrittliche Lösungen wie z. B. Dächer in den Kirschplantagen unter Hinweis auf das Kulturerbe nicht mehr genehmigt werden könnten. Diese Vorbehalte müssen wir ernst nehmen, anhören und ausräumen.
Dabei kann auch ein Regionalmanagement helfen, für dessen schnellstmögliche Einsetzung ich mich stark machen werde.

4. Welche Schwerpunkte werden Sie in ihrer Amtszeit setzen?

Neben den bereits angesprochenen Themen:
- Den Schuldenabbau weiter konsequent fortsetzen.
- Neue Lösungen für eine deutliche Verbesserung des Personennahverkehrs finden. Und aktive Mitarbeit am neuen Nahverkehrsplan, um einen deutlichen Ausbau der Busanbindung (Linie 2033) bis/ab Horneburg Bahnhof zu erreichen.
- Mehr Unterstützung für ältere Mitbürger, z. B. durch ein Seniorenservicebüro, das Angebote und Beratung rund um die Pflege anbietet sowie attraktive Mehrgenerationen-Aktivitäten koordiniert.
- Konzepte zur Schaffung von seniorengerechten Wohnungen und neuen Wohnformen im Alter sowie kleinerer, günstiger Wohnungen für junge Leute – auch in bestehenden Häusern und Höfen, um die Ausweisung neuer Baugebiete zu vermeiden.
- Erhalt und wo nötig Ausbau der Kinderbetreuung, Schulen und Jugendangebote.
- Unterstützung des ansässigen Handels und Handwerks, um wohnortnahe Versorgung zu sichern.
- Fortführung des von Hans Jarck initiierten Runden Tischs Verkehr – es muss schnellstmöglich ein intelligentes Verkehrskonzept für das gesamte Alte Land geben.
- Unterstützung des Gebietsmanagements, um den Obstbauern ein vernünftiges, wirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichen.
- Aktive Mitarbeit am gerade begonnenen Klimaschutzkonzept für unsere Region.

5. Warum sind Sie der Meinung, eine gute Samtgemeindebürgermeisterin zu sein?
Weil ich alles mitbringe, was es braucht: Die Fähigkeit Probleme und Schieflagen früh zu erkennen, anzupacken und tragfähige Lösungen sowie neue Ideen zu entwickeln; Durchsetzungsvermögen; ein teamorientierter, klarer Führungsstil und geschicktes Networking – dies alles hat mich schon in meinem bisherigen Beruf erfolgreich gemacht. Dazu kommt politischer Sachverstand und Fingerspitzengefühl, Beharrlichkeit aber auch Zuhören können – und bis zur Amtsübergabe noch neu erworbenes Wissen in Verwaltungsrecht und -arbeit.