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Rat Hollern-Twielenfleth: Unfreiwillige Schrumpfkur

Timo Gerke, Bürgermeister von Hollern-Twielenfleth (Foto: am)
am. Hollern-Twielenfleth. Was die Lokalpolitiker in Hollern-Twielenfleth jetzt nach der Kommunalwahl 2016 erwartet, ist nicht alltäglich. Der Bürgermeister und Einzelkandidat Timo Gerke hat so viele Stimmen erhalten, dass er sechs Sitze besetzen könnte. Der Rat in der größten Gemeinde der Samtgemeinde Lühe schrumpft aus diesem Grund von 15 auf zehn Sitze.
Von 4.912 gültigen Stimmen, die für den Gemeinderat abgegeben wurden, hat Gerke 1.818 bekommen. Mit 37 Prozent lag er noch um einiges vor der CDU, die 28, 6 Prozent der Stimmen erhalten hatte. "Ich werte dieses Ergebnis als Zustimmung für die Arbeit, die ich in den letzten fünf Jahren als Bürgermeister gemacht habe."
So sieht das auch die CDU, die Gerke, wie vor der Wahl angekündigt, als Kandidaten für das Bürgermeisteramt vorschlagen wird. "Der Bürger hat entschieden und den Bürgermeister mit überragender Mehrheit wiedergewählt. Alles andere wäre gegen jeden Bürgerwillen", sagt Dirk Thobaben. Er sitzt für die CDU im Rat. Am Montag, 7. November findet die konstituierende Sitzung des neuen Rates statt, bei der der Bürgermeister sowie die neuen Mitglieder der Ausschüsse von den Ratsmitgliedern gewählt werden.
Glücklich über die Schrumpfkur des Rates ist keiner. "Ich sehe es kritisch, dass im neuen Rat fünf Entscheidungsträger fehlen", sagt Timo Gerke. "Es ist schade, es schadet der Demokratie", so Thobaben. Alle Parteien außer den Grünen, die nach wie vor bei einem Sitz bleiben, haben Sitze verloren: Die CDU zwei, Die FWGL drei und die SPD einen.
Was ebenfalls schwer wiege, ist, dass es in fünf Jahren schwieriger werde, neue Kandidaten für die Kommunalwahl zu rekrutieren, sind sich die beiden Politiker einig.
Um dem wenigstens teilweise entgegenzuwirken, schlägt Gerke vor, möglichst viele Kandidaten, die den Einzug nicht geschafft haben, als beratende Mitglieder in die Ausschüsse zu berufen. "Das ist eine Idee", sagt Gerke. "Das muss natürlich noch mit den anderen Fraktionen abgestimmt werden."
Wie kommt es zu der Verkleinerung? Timo Gerke, der 2011 noch für die FWGL antrat, trennte sich vor drei Jahren von der Wählergemeinschaft und kandidierte jetzt solo. Er habe nicht damit gerechnet, dass er so viele Stimmen erhalten würde, so Gerke. Der Wahlerfolg hatte zur Folge, dass der Paragraph 36 des Kommunalwahlgesetzes schwer zum Tragen kam und fünf Sitze verfielen.
Gerke steht zu seiner Entscheidung, als Einzelkandidat angetreten zu sein. "Ich hätte mich für keine der Parteien aufstellen lassen können", so Gerke.
Auch die CDU räumt ein, dass sie hätte die Wähler besser informieren können. "Hätten wir in unserem Wahlprogramm deutlicher gemacht, dass wir Timo Gerke als Bürgermeisterkandidaten unterstützen, hätten wir vielleicht ein paar weniger Stimmen verloren", so Dirk Thobaben. Im neuen Rat wird die CDU vier Sitze erhalten, die SPD und die FWGL je zwei und die Grünen und Timo Gerke jeweils einen Sitz. Hier die Sitzzahlen des Gemeinderates aus der Wahlpariode 2011 bis 2016: CDU sechs Sitze, FWGL fünf Sitze, SPD drei Sitze, Alte und neue Sitzverteilung