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Rathausneubau rückt näher / Samtgemeinde Lühe nimmt Gespräche mit Investor auf

Wenn sich die Samtgemeinde für ein neues Rathaus entscheidet, könnte die Bibliothek in das alte Rathausgebäude ziehen (Foto: bc)
am. Steinkirchen. Die Politik hat die Weichen gestellt: Der Rat der Samtgemeinde Lühe hat beschlossen, erste Gespräche für den Neubau eines Rathauses zu führen. Drei Millionen Euro soll das Rathaus höchstens kosten. Über den genauen Betrag und die Ausgestaltung ist aber noch kein Wort gefallen. Dies soll Samtgemeinde-Bürgermeister Michael Gosch jetzt in Angriff nehmen.
Ein Investor hält für die Samtgemeinde ein Grundstück im Zentrum von Steinkirchen vor. Er plant, der Samtgemeinde ein schlüsselfertiges Rathaus auf dem ehemaligen REWE-Gelände zu übergeben (das WOCHENBLATT berichtete).
Ein Neubau sei sinnvoll, da eine Umbaumaßnahme des Rathauses mit hohem Finanzierungsaufwand nur einen kleinen Teil der vorhandenen Mängel verbessern würde, so das im Juni erstellte Gutachten des Architektenbüros Wichers aus Stade. Das jetzige Rathaus an der L140 weist erhebliche Mängel auf. "Baulich liegt sehr viel im Argen", sagt Dirk Tobaben, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Laut Gutachten werden die Brandschutzmaßnahmen nicht eingehalten. "Eigentlich müsste das Obergeschoss komplett gesperrt werden." Das Gebäude ist nicht barrierefrei und zu klein. Es gibt keine Liegemöglichkeit und die Kopierer stehen im Flur. Das verstößt gegen die Arbeitsstättenverordnung.
Bei einer so großen Investition ist die Samtgemeinde verpflichtet, einen sogenannten Wirtschaftlichkeitsvergleich zu erstellen. Drei Varianten stellte der Kämmerer auf der Ratssitzung vor: Erstens den Umbau des bestehenden Gebäudes (1,3 Millionen), zweitens den Neubau des hinteren Gebäudeteils des alten Rathauses (2,1 Millionen) und drittens den Neubau des Rathauses. Der Neubau würde im Vergleich die höchste Investitionssumme erfordern, hätte aber auf lange Sicht geringere Kosten zur Folge und würde alle Anforderungen erfüllen. Mögliche Synergieeffekte mit dem Mehrgenerationenhaus in Steinkirchen könnten weitere Kosten sparen.
Wichers stellte nun auch ein Nachnutzungskonzept für das Rathaus vor. Dafür wären weitere 825.000 Euro nötig. In den vorderen Teil könnte die Bibliothek einziehen, die in ihren jetzigen Räumen viel zu beengt ist. Durch die Aufteilung des Gebäudes in zwei Nutzungsbereiche würde die Brandschutzauflage für das Obergeschoss entfallen. In den hinteren Bereich, so Wichers, könnte das Jugendzentrum einziehen. Die oberen Etagen könnten problemlos zu Wohnungen umgebaut werden, in denen beispielsweise auch Flüchtlinge untergebracht werden könnten.
Für den Bau des Rathauses müsste die Samtgemeinde die Summe von drei Millionen als Kredit aufnehmen. Vor diesem Hintergrund äußerte sich Stefan Schimkatis kritisch zu dem Rathausneubau: "Die Tilgung läuft 40 Jahre", sagt der stellvertretende SPD-Fraktionssprecher, "die nachfolgende Generation muss die Kosten für das dann bereits alte Rathaus komplett mittragen. Viele von uns werden ein unbelastetes Rathaus nicht mehr erleben."