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Samtgemeinde Lühe plant Verteilung von Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten neu

am. Steinkirchen. Wird das Gebiet beim ehemaligen Kernkraftwerk in Bassenfleth vielleicht bald gewerblich genutzt oder bleibt der Elbstrand den Menschen zur Erholung erhalten? - das ist eine von vielen Frage, mit denen sich die Samtgemeinde Lühe jetzt auseinandersetzen wird. Denn in dem alten Flächennutzungsplan ist das Gebiet um das Kernkraftwerk eigentlich für die Ansiedlung von Gewerbe vorgesehen. Vieles, was die Samtgemeinde vor rund 15 Jahren im damaligen Flächennutzungsplan festgelegt hat, ist heute nicht mehr aktuell. Deswegen soll ein neuer Plan her.
In der jüngsten Sitzung des Bau-,Wege-,Planungs und Umweltausschusses der Samtgemeinde stellte Silvio Cabraja vom Planungsbüro Cappelt und Kranzhoff Zahlen, Daten und Fakten aus der Samtgemeinde vor. Diese sollen als Grundlage für eine sinvolle Planung von Wohn- Industrie und Gewerbe oder landwirtschaftlich genutzten Gebieten dienen.
Dabei muss sich die Samtgemeinde nach dem Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Stade (RROP) richten. Dieses schreibt Grünendeich und Steinkirchen als Grundzentrum der Samtgemeinde vor, in dem Wohngebiete sowie Geschäfte, Ärzte etc. konzentriert werden sollen. Diese beiden Orte sollen, wie auch Hollern-Twielenfleth zudem als Naherholungsgebiete erhalten bleiben.
"Berücksichtigt werden unter anderem die aktuellen Anwohnerzahlen und die Prognose der demografischen Entwicklung", sagt Cabraja. Daraus und aus den noch verfügbaren Baulücken, die das Planungsbüro ermittelt hat, lässt sich der zukünftige Bedarf an Bauland ermitteln. Das Ergebnis: Der Bedarf wird weiter steigen, da immer weniger Menschen in einem Haushalt zusammenleben und somit immer mehr kleine Haushalte entstehen. Die neuere Entwicklung der Flüchtlingszahlen müsse noch mit einbezogen werden.
Auch der Bedarf an Gewerbeflächen wird steigen. Ein Gutachten der Firma regecon hat ermittelt, dass bis 2020 weitere 17 Hektar in der Samtgemeinde gebraucht werden. Das Planungsbüro schlägt vor, das Gewerbegebiet Speersort in Hollern-Twielenfleth zu erweitern.
Auch die Verteilung des Einzelhandels hat Cappelt und Kranzhoff unter die Lupe genommen. Das Fazit hier: Es gibt weder genug Supermärkte noch ist die Versorgung mit Fachgeschäften ausreichend. Aber: "Es gibt nicht genügend Bevölkerung, als dass sich die Ansiedlung für einen weiteren Vollversorger lohnen würde", sagt Cabraja. Dennoch empfiehlt er, in dieser Angelegenheit tätig zu werden.
Mit diesen Ergebnissen wird das Planungsbüro ab November nun erst einmal an die einzelnen Gemeinden herantreten. Diese sollen sich überlegen, wie sie die neuen Anforderungen umsetzen wollen. Der gesamt Prozess bis zu einem neuen Flächennutzungsplan wird voraussichtlich zwei Jahre dauern.