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Zukunftsperspektive für die Obstbauern an der Niederelbe

Das Problem: Aufgrund der historisch gewachsenen Beet-Graben-Struktur können viele Obstbauern die praxisfernen EU-Abstandsvorgaben nicht einhalten
(bc). Gute Nachrichten für die rund 650 Obstbauern an der Niederelbe: "Bei der Sondergebietsverordnung ist alles auf Kurs", teilt der CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann mit. Diese Verordnung, die in der vergangenen Woche Thema im Landwirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages war, ist deshalb so ungemein wichtig für viele Betriebe, weil sie die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im gewässerreichen Alten Land regeln soll. Grundmann: "Da die bisherige Sonderregelung Ende Februar 2015 ausläuft, muss jetzt der gordische Knoten durchschlagen werden. Wir brauchen zwingend eine Anschlussregelung."

Wie berichtet, wird seit Jahren an der Zukunft des größten zusammenhängenden Obstanbaugebietes Nordeuropas mit rund 10.000 Hektar Obstplantagen gearbeitet. Zum Hintergrund: Das Alte Land genießt Sonderrechte, weil es den Obstbauern durch die historisch gewachsenen Beetstrukturen unmöglich ist, die praxisfernen EU-Vorgaben beim notwendigen Pflanzenschutz einzuhalten. Streng genommen müssten viele der Vollerwerbsbetriebe ihre Höfe abschließen, da sie die gesetzlich geforderten Mindestabstände der Plantagen zu wasserführenden Gräben unterschreiten. Derzeit wird an einer rechtssicheren Lösung für die Zukunft gearbeitet.

Das Umweltbundesamt verlangt einen sogenannten Gebietsmanagementplan. Das Alte Land soll einen Fahrplan erstellen, wie die Obstbauern die (unvermeidbaren) Pflanzenschutzeinträge in die Gewässer u.a. durch abdriftmindernde Technik minimieren möchten. Darüber hinaus sollen die Ufer naturnah mit "ökologisch wertvollen Schilfzonen gestaltet und Rückzugsgewässer für schützenswerte aquatische Lebewesen" geschaffen werden.

"Der Obstanbau ist strukturprägend in unserer Region, deshalb muss zeitnah eine praktikable Lösung auf den Tisch", betont der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann, als Wahlkreisabgeordneter u.a. zuständig für Kehdingen und das Land Hadeln. Grundmann und Ferlemann berichten, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium in Kürze einen überarbeiteten Verordnungsentwurf vorlegen will. Grundmann gibt zu Bedenken: "Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern." Es seien noch letzte Absprachen mit dem Bundesumweltministerium zu treffen.