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Klärwerk Wetterndorf öffnet seine Türen

Wann? 18.06.2017 11:00 Uhr

Wo? Kläranlage, Wetterndorf 13, 21720 Steinkirchen DE
Gernot Witte (li.) und Phillip Fricke laden zum Tag der offenen Tür ein
 
Tobias Terne (Foto: AZV)
Steinkirchen: Kläranlage |

50 Jahre Abwasserzweckverband Altes Land und Geestrand

sb. Steinkirchen-Wetterndorf. Das Klärwerk Wetterndorf öffnet am Sonntag, 18. Juni, seine Pforten für einen Tag der offenen Tür. Von 11 bis 17 Uhr haben Besucher die Gelegenheit, die Anlage zu erkunden und sich darüber zu informieren, wie ihr Abwasser gereinigt und daraus sogar Strom gewonnen wird.

„Dank eines bunten Unterhaltungsprogramms wird das ein Tag für die ganze Familie“, sagen Verbandsgeschäftsführer Gernot Witte und sein kaufmännischer Leiter Phillip Fricke. „Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg, Kinderschminken und ein Spielmobil. Zudem kann dank Gegrilltem sowie Kaffee und Kuchen die heimische Küche an diesem Tag kalt bleiben.“

Anlass des Tags der offenen Tür ist das 50-jährige Bestehen des Abwasserzweckverbands Altes Land und Geestrand. Er wurde im Jahr 1967 mit den Gemeinden der heutigen Samtgemeinden Horneburg und Lühe, der heutigen Einheitsgemeinde Jork sowie der Gemeinde Hedendorf gegründet. Hedendorf verließ den Verband wieder im Jahr 1974.

Aufgabe des Abwasserzweckverbands war zunächst die Sammlung und Ableitung von Schmutzwasser. Von 1970 bis 1971 wurde dann in Steinkirchen-Wetterndorf eine Kläranlage gebaut. Diese wurde zweimal erweitert: einmal im Jahr 1982 und ein weiteres Mal im Jahr 2007. Bei der zweiten Erweiterung wurde u.a. eine Faulungsanlage zur Stromerzeugung errichtet. Mit dieser Maßnahme nahm nach langen Jahren auch die Geruchsbelästigung im Ortsteil deutlich ab.

Tag der offenen Tür
Sonntag, 18. Juni
11 bis 17 Uhr
Wetterndorf 13 in Steinkirchen

Spannender Weg des Abwassers

Wenn unser Abwasser die Waschmaschine, das Spülbecken oder die Toilette verlassen hat, hat dieses noch einen langen Weg vor sich, bevor es geklärt in die Elbe fließen kann. „Viele Bürger finden es vielleicht unangenehm, über ihr Abwasser nachzudenken“, sagt Gernot Witte. „Dabei ist das ein sehr spannendes Thema, über das wir am Tag der offenen Tür gern näher informieren.“

Im Gebiet des Abwasserzweckverbands Altes Land und Geest­rand verlaufen 200 Kilometer Kanalisation zum Klärwerk in Wetterndorf. 80 große Pumpwerke sowie 800 Kleinpumpen sorgen dafür, dass das Abwasser auch Aufwärtsgefälle mühelos zurücklegt.

Im Klärwerk durchläuft das Wasser dann mehrere mechanische und biochemische Reinigungsschritte, bevor es so sauber ist, dass es in die Elbe geleitet werden kann.
Seit 2007 produziert das Klärwerk mit einer Faulungsanlage seinen eigenen Strom. Die Anlage funktioniert ähnlich wie eine Biogasanlage. Das durch die mikrobakterielle Zersetzung des Klärschlamms entstandene Klärgas wird verbrannt und in Strom und Wärme umgewandelt. Weiterer regenerativer Strom entsteht durch mehrere Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Kläranlage. „Damit können wir zirka 70 Prozent unseres Strombedarfs und 100 Prozent unseres Wärmebedarfs decken“, sagt Gernot Witte.

Konstante Preise und schuldenfrei

Der Abwasserzweckverband Altes Land und Geestrand ist mit Recht stolz darauf, trotz konstanter Preisgestaltung schuldenfrei zu sein. „Die Schmutzwassergebühren sind in den vergangenen Jahren nur leicht gestiegen, die Steigerungsrate lag dabei unter der Inflationsrate“, sagt Phillip Fricke. „In 2017 zahlt der Verbraucher für einen Kubikmeter Abwasser rund 2,50 Euro.“ Damit ist Abwasser zwar um zirka ein Drittel teurer als Trinkwasser. Aber: „Die Klärung des Abwassers ist technisch schwieriger als die Bereitstellung von Trinkwasser und unsere Rohrleitungen sind wesentlich größer“, so Fricke.

Mit Hamburg ein Team

Im Jahr 2002 gründeten der Abwasserzweckverband Altes Land und Geestrand gemeinsam mit der Hamburger Stadtentwässerung den Abwasserzweckverband Untere Elbe (AVUE). „Damit haben wir einen starken Partner an unserer Seite“, sagt Gernot Witte. „Das betrifft beispielsweise technische und juristische Fragen sowie Verwaltungsangelegenheiten. Hierfür haben wir früher öfter externe Berater engagieren müssen.“

16-köpfiges Team in Wetterndorf

Auf der Kläranlage in Wetterndorf bei Steinkirchen arbeiten 16 Personen. Davon sind acht Fachkräfte direkt auf der Anlage tätig, acht weitere arbeiten in der Verwaltung.

Beseitigung von Regenwasser

Seit Anfang des Jahres ist der Abwasserzweckverband Altes Land und Geest­rand in der Samtgemeinde Lühe auch für die Beseitung von Regenwasser zuständig. Diese Aufgabe hatte bis dahin der Bauhof der Samtgemeinde.