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Anklage gegen Bruder (18): Warum musste Aaya (11) sterben?

Der Tod der Elfjährigen hat Trauer und Entsetzen hervorgerufen. Mit einer Veranstaltung haben Freunde und Mitschüler an sie erinnert (Foto: archiv)

tk. Stade/Neu Wulmstorf. Warum Aaya (11) aus Neu Wulmstorf sterben musste, ist noch immer unklar. Die Staatsanwaltschaft Stade hat jetzt Anklage gegen ihren Bruder (18) erhoben. Die Ermittlungsbehörde wirft ihm Totschlag vor.

Aus unbekannten Gründen soll er das Mädchen am 21. März getötet und ihre Leiche in einem Müllsack im Gartenschuppen des elterlichen Hauses in Neu Wulmstorf versteckt haben.

Der junge Mann, der in Untersuchungshaft sitzt, schweigt. Er war sofort ins Visier der Polizei geraten und einen Tag nach der Gewalttat festgenommen worden. Wie die Schülerin getötet wurde, verrät die Ermittlungsbehörde nicht.

Über die Eröffnung des Hauptverfahrens wird jetzt die Jugendstrafkammer am Landgericht Stade entscheiden. Kai-Thomas Breas, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, erklärt den Strafrahmen: Wird der junge Mann nach Jugendstrafrecht verurteilt, drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis. Theoretisch wäre auch eine Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht denkbar. Dann ist eine lebenslange Freiheitsstrafe möglich.

Der Tod der Schülerin hat in Neu Wulmstorf Trauer und Entsetzen ausgelöst. Das Mädchen ging in die fünfte Klasse der Realschule "Vierkaten". Ihre Familie wohnte seit rund zehn Jahren in der Siedlung an der Theodor-Heuss-Straße". Ruhig, unauffällig und nett - so wird sie beschrieben. Die Eltern sind Akademiker. Der Vater Ingenieur, die Mutter Ärztin.

Polizei und Staatsanwaltschaft waren von Anfang an mit Informationen vorsichtig. Nach der Tat schossen schnell Spekulationen über einen Ehrenmord ins Kraut, weil die Familie muslimischen Glaubens sein soll. Eine solche Interpretation wird von den Ermittlern jedoch vehement zurückgewiesen. Nach unbestätigten Informationen könnte dem Tötungsdelikt aber ein Familienkonflikt zugrunde liegen.

Der junge Mann wird nach WOCHENBLATT-Informationen unter anderem von Staranwalt Dr. Gerhard Strate aus Hamburg vertreten. Sein erster Anwalt, Robert Funk, will den Fall nicht kommentieren.