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Aktivisten belagerten Tierversuchslabor LPT

bc. Mienenbüttel. Etwa 100 Aktivisten haben am Sonntagmittag friedlich aber lautstark vor dem Tierversuchslabor LPT in Mienenbüttel gegen das Institut der Familie Leuschner protestiert. Das LPT ist eines der größten deutschen Auftragslabore, das für verschiedene Industrien Giftigkeitsprüfungen durchführt.

"Tierversuche stoppen! In Hamburg und überall", "Schande, Schande, Mörderbande", "Blut an Euren Händen", skandierten die Demonstranten. Neben Tierrechtlern aus ganz Deutschland mischten sich auch einige Anwohner unter die Protestler. Bereits am Samstag demonstrierten ungefähr 350 Menschen gegen Tierversuche am Hauptsitz des LPT in Hamburg-Neugraben. Die erwarteten 500 Tierversuchsgegner kamen jedoch nicht.

Wie berichtet, hat ein Bündnis mehrerer Tierrechtsgruppen Anfang des Jahres die Kampagne "LPT-Schließen" gegründet. "Das LPT macht keine Anstalten, sich für alternative, tierversuchsfreie Methoden einzusetzen. Deswegen fordern wir, dass das LPT schließen muss", sagt Martina Kunze, Sprecherin der Kampagne.

Die Demonstranten belagerten zwischen 11 und 13 Uhr das Eingangstor des LPT. Zwei Männer - offenbar Sicherheitspersonal - beobachteten die Aktivisten vom Laborgelände aus. Die Polizei sperrte die Oldendorfer Straße während der Demo halbseitig ab. Außerdem verscheuchten die Beamten immer wieder Protestler, die am Zaun einen Blick auf die Hundezwinger werfen wollten. Allerdings bekamen sie ohnehin nichts zu sehen. Das LPT sperrte die Beagle-Hunde weg. Kein Gebell, kein Gejaule, wie es die Anwohner normalerweise hören müssen.

Martina Kunze dazu: „Das LPT scheut seit jeher die Öffentlichkeit, weil sie die Gewalt weiterhin im Verborgenen durchführen möchten. Wir wollen diese Gewalt sichtbar machen.“ Kein Tier lasse sich freiwillig töten. Jeder Tierversuch bedeute unbeschreibliche Gewalt. "Daher kämpfen wir für die Freiheit der Tiere", verdeutlicht die Aktivistin.

Mit allen Mitteln? Nächtliche Aktionen, bei denen Käfige zerstört und Tiere befreit werden, aber keine Menschen zu Schaden kommen, finden die Mitglieder der Kampagne "LPT-schließen" durchaus sympathisch, räumt Kunze gegenüber dem WOCHENBLATT ein. Vielleicht ein Grund, weshalb sich die örtliche Bürgerinitiative "Lobby pro Tier" von der Kampagne distanziert hat und nicht bei der Demo in Erscheinung trat. Martina Kunze sagt aber auch: "Wir starten solche illegalen Aktionen nicht."

Die nächste Protestaktion der Kampagne findet am Montag, 15. Juli, ab 14 Uhr vor dem Hauptsitz in Neugraben statt. Das LPT führt nach eigenen Angaben Versuche u.a. an Mäusen, Ratten, Hunden und Affen durch.