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Apfelgarten: Eltern in Sorge

Eltern sind verärgert: Wenn hier voll gesperrt wird, wie sollen wir unsere Kinder in die Kita fahren?
 
Einige Familien, die in den Seitenstraßen im "Apfelgarten" wohnen, können ihre Auffahrten seit mehreren Monaten nicht mehr benutzen (Foto: oh)
bc. Neu Wulmstorf. Die ersten Bewohner zogen schon 2006 in ihre neuen Eigenheime im Neu Wulmstorfer Mega-Neubaugebiet "Apfelgarten". Gute sieben Jahre später ist das letzte Grundstück verkauft und die Kieler Erschließungsgesellschaft "LEG" will jetzt endlich die bislang provisorische Ringstraße fertigstellen. Für die Anwohner kommt es dabei zu erheblichen Einschränkungen.

Während der Asphaltierungsarbeiten muss die Straße im 1., 2. und 3. Bauabschnitt von Montag, 21. Oktober, bis Freitag, 25. Oktober, voll gesperrt werden. Das Timing könnte für viele Menschen im "Apfelgarten" schlechter nicht sein. Immerhin sind über 300 Familien betroffen, die mit ihrem Auto ihre Grundstücke dann nicht mehr erreichen können. Das Hauptproblem: Erst eine Woche später am 28. Oktober wird der neue Kindergarten im "Apfelgarten" offiziell eröffnet. Viele Eltern fragen sich jetzt: Wie sollen wir ohne Auto unsere Kinder in die Kita bringen?

Hintergrund: Die Vollsperrung betrifft die komplette letzte Woche, in der alle Familien mit Kleinkind ihre Kinder in die zwei Kilometer entfernte Übergangskita in der Lutherkirche fahren müssen. Dann heißt es für die Eltern: morgens um 7.30 Uhr den Kinder-Buggy fertig machen und ca. 15 Minuten durch den Matsch zu den Ausweich-Parkplätzen spazieren. Bei Wind und Wetter. Die alternativen Parkflächen stehen u.a. an der Bahnhofstraße, auf der P&R-Anlage, in den Wulmstorfer Wiesen oder in der Sackgasse der Bahnhofstraße zur Verfügung.

Das WOCHENBLATT fragte beim Planungsbüro "dänekamp und partner" nach: Warum ist es nicht möglich, eine Woche später mit den Arbeiten loszulegen? "Es macht aufgrund der Witterungsverhältnisse keinen Sinn, im November mit dem Asphaltieren anzufangen", erklärt "dänekamp"-Geschäftsführer Wolfgang Kirstein. Auch kleinere Bauabschnitte seien nicht sinnvoll, da die Baufirma ständig neue Baustellen einrichten müsste. Das koste viel Zeit und Geld, so Kirstein. In Gesprächen mit den Anwohnern versuche man, auf die individuellen Bedürfnisse Einzelner einzugehen. "Wir stehen in engem Kontakt mit einer schwangeren sowie einer gehbehinderten Frau", so Kirstein. Für beide sollen Parkplatz-Lösungen in unmittelbarer Nähe gefunden werden.

Kirstein macht den aufgeregten Eltern Hoffnung: "Sofern das Wetter mitspielt und wir am Montag nicht zunächst Autos abschleppen müssen, kann die Ringstraße vielleicht schon Mittwochvormittag wieder freigegeben werden." Er bittet die Anwohner, die Fahrbahn der Ringstraße auf keinen Fall zu betreten oder mit Fahrrädern oder Kinderwagen zu befahren. Grund: Die Fahrbahndecke werde mit einem Haftkleber angespritzt, der dauerhafte Spuren auf den Auffahrten oder in den Wohnungen hinterlassen könne.

Übrigens: Einige Familien, die in den Seitenstraßen im "Apfelgarten" wohnen, können ihre Auffahrten schon seit mehreren Monaten nicht mehr benutzen, da die provisorischen Baustraßen abgefräst wurden und die Pflasterarbeiten auf sich warten lassen. Läuft alles glatt, sollen auch diese Straßen Ende Oktober fertig sein.
Dann kommen die "Apfelgärtner" endlich wieder trockenen Fußes zu ihren Häusern.