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Aufhebung der Radwegebenutzung in Neu Wulmstorf: "Das haben wir so nicht gewollt"

„Wer mit seinem Auto vom Postweg aus nach rechts auf die Wulmstorfer Straße abbiegt, kann Radfahrer auf dem Fußweg leicht übersehen“, sagt Elisabeth Steinfeld vom ADFC

Gefahr an der L235: Radfahrer ab elf Jahre müssen jetzt auf der Wulmstorfer Straße fahren

ab. Neu Wulmstorf. Dieser Vorgang sorgt für reichlich Unmut bei den Neu Wulmstorfer Bürgern: Vor einigen Wochen hat der Landkreis in der Wulmstorfer Straße (L235) die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben. Jetzt dürfen Radfahrer ab einem Alter von elf Jahren den kombinierten Rad- und Fußweg nicht mehr nutzen. Es bestehe keine besondere Gefahrenlage, hieß es seitens des Landkreises und der Polizeiinspektion Harburg.

Elisabeth Steinfeld, 2. Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), sieht das anders. „Vielen erwachsenen Radfahrern kommt diese Regelung entgegen, Schulkindern aber nicht“, sagt sie. Denn wer auf der Wulmstorfer Straße mit dem Fahrrad bergab fahre, könne eine Geschwindigkeit von 30 bis 50 km/h erreichen. „Autofahrer sind hier oft zu schnell unterwegs“, fügt sie hinzu. Häufig würden 60 bis 70 km/h gefahren, trauriger Rekord sei eine Geschwindigkeit von 125 km/h gewesen. Bedenken äußert Steinfeld hinsichtlich schlechterer Straßen- und Sichtverhältnisse im Herbst und Winter. Vor allem Schulkinder seien dann gefährdet.

Dass Radfahrer auf der Straße fahren dürfen, ist einer jahrelangen Initiative des ADFC zu verdanken. „So haben wir das aber nicht gewollt“, sagt Elisabeth Steinfeld. Das Anliegen des ADFC sei gewesen, den Radweg zwar zu „entpflichten“, aber Radfahrern die Wahl zu lassen, bei Bedarf auf den Fußweg ausweichen zu können.
Da der ADFC annimmt, dass aus den Seitenstraßen abbiegende Autofahrer jene Radfahrer, die auf dem Fußweg fahren, leicht übersehen könnten, hatten sie ihre Forderung immer wieder forciert.

Die SPD hat das Thema jetzt aufgegriffen und einen Antrag bei der Kreisverwaltung eingereicht. Der Fraktionsvorsitzende Tobias Handtke schlägt vor, mit Piktogrammen und einseitigen Schutzstreifen für die Sicherheit der auf der Straße radelnden Bürger zu sorgen und die Radnutzung auf dem Gehweg wieder zu erlauben. „So wie jetzt darf es auf jeden Fall nicht bleiben“, sagt Handtke.

„Statistisch gesehen, ist die Gefährdungslage mit Radfahrern auf dem Fußweg größer“, sagt Landkreissprecher Johannes Freudewald auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Mit dem Entpflichten des Radweges sei man zudem einer jahrelangen Vorgabe der Straßenverkehrsordnung gefolgt. Außerdem habe es entsprechende Prüfungen gegeben.

„Die Situation vor Ort ist allerdings nicht ganz einfach“, gibt Freudewald zu. Daher werde es eine weitere Prüfung unter Beteiligung der Gemeinde und der Polizei geben. Der Landkreissprecher stellt in Aussicht, dass bergauf in Fahrtrichtung der Fußweg möglicherweise wieder freigegeben werde.