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Befindet sich die CDU auf Tauchstation?

Die CDU um ihren Fraktionsvorsitzenden Malte Kanebley scheint abgetaucht zu sein. Der Chef gibt jedoch Entwarnung: "Wir sind noch da!" (Foto: Fotolia/JonMilnes)
bc. Neu Wulmstorf. Was ist bloß mit der CDU in Neu Wulmstorf los? Nach der verlorenen Bürgermeisterwahl scheinen die Christdemokraten auf Tauchstation gegangen zu sein. Im Rathaus ging seit dem Tag der Wahl am 25. Mai kein einziger CDU-Antrag mehr ein. Mehr noch: Der letzte Antrag datiert vom 26. März. Liegt die Antragsflaute tatsächlich am schlechten Abschneiden ihres Bürgermeister-Kandidaten Matthias Weigmann? Hat die CDU die Sommerpause diesmal vorgezogen? Oder was steckt dahinter?

Das WOCHENBLATT hat einmal die Anträge aller Ratsparteien in diesem Jahr gezählt. Das Ergebnis: Die CDU hat alleine in den ersten drei Monaten in 2014 neun Anträge gestellt und damit die meisten von allen Fraktionen. Vier davon - das Einholen von Gutachten bzgl. Famila, die Einrichtung eines A26-Sorgentelefons, der Zuschuss für die Arbeitsgemeinschaft Dorferhaltung Rübke und der Neubau einer Rettungswache in Elstorf - wurden jedoch wieder zurückgezogen. Absolut ungewöhnlich, dass seit mehr als vier Monaten kein einziger Antrag mehr folgte.

Die Grünen stellten vier Anträge in diesem Jahr, den letzten zur Fußgängerampel an der Bahnhofstraße am 11. Juni. Die UWG-Fraktion formulierte drei Anträge an die Verwaltung, den jüngsten zur Autobahn-Abfahrt in Rade am 12. Juli. Die SPD reichte in 2014 sieben eigene Anträge und einen gemeinsamen mit den Grünen ein, den letzten zum EU-Schulobstprogramm an den Grundschulen am 30. Juni. Nur die Gruppe FDP/Die Linke hat in diesem Jahr noch gar keinen Antrag gestellt.

"Ich muss gestehen, dass wir nach zwei, drei Monaten Vollgas vor der Wahl vermutlich unterbewusst einen Gang zurückgeschaltet haben", räumt Malte Kanebley ein, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Neu Wulmstorf. Auf seinem Schreibtisch lägen jedoch noch Anträge in Vorbereitung, u.a. zwei im Zusammenhang mit dem neuen Raumordnungsprogramm des Landkreises Harburg. Jetzt sei aber erst einmal Sommerpause.

Wenn schon kaum politisch, dafür aber sportlich hat sich die CDU in jüngster Vergangenheit engagiert. Mitte Juni richtete sie ihr traditionelles Fußballturnier für Freizeitteams aus. Kanebley: "Man glaubt es zwar nicht, aber auch das bindet jede Menge Personalkapazitäten."

Die CDU sei trotz Antragsflaute nach wie vor aktiv wie eh und je, stellt Kanebley klar. Auch Matthias Weigmann werde sich nach seiner Niederlage nicht zurückziehen, sondern stehe als Nachrücker für die Ratsfraktion und als Geschäftsführer des Ortsverbandes zur Verfügung. Kanebley: "Wir sind noch da!"