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Bürger aus Neu Wulmstorf beklagen eine Zunahme an Straftaten

Nicole Stussnat mit Sadiyah Wiegers, der Pächterin des „Kleinen Grafen“

Anwohner nahe der Lessingstraße sagen: "Wir fühlen uns unwohl"


ab. Neu Wulmstorf. Ein gesprengter Zigarettenautomat vor ihrer Gaststätte, ein Einbruch in einem Getränkemarkt, und das alles in unmittelbarer Nähe in einer Nacht: Anwohnerin Nicole Stussnat fühlt sich in ihrem Wohnviertel in Neu Wulmstorf nicht mehr sicher. „Mein Mann und ich hörten abends plötzlich einen unglaublich lauten Knall“, berichtet sie. Ihre Gaststätte „Zum kleinen Grafen“ hat Stussnat derzeit an Sadiyah Wiegers vermietet. Der Automat, der direkt davor steht, war durch die Explosion komplett zerstört, einige Zigarettenschachteln auf das Dach eines nahe gelegenen Hauses geschleudert worden. Zufällig befand sich ein Streifenwagen aus Buxtehude in der Nähe und war darum nach wenigen Minuten am Tatort. Die zuständige Polizei aus Hittfeld habe nach dem Notruf eine halbe Stunde gebraucht, so Stussnat. „Da fühlt man sich nicht mehr sicher“, sagt sie.

Zu unterschiedlichsten Uhrzeiten ist die Anwohnerin mit ihrem Hund in dem Viertel unterwegs. Dabei sehe sie „so einiges“, auch kleinere Delikte wie illegales Müllabladen. „Wenn wir uns wegen solcher Vorfälle bei der Polizei melden, passiert meistens gar nichts“, erzählt sie frustriert. Sie wird das Gefühl nicht los, dass die Kriminalität immer dann steigt, „wenn die Polizeidienststelle in Neu Wulmstorf nicht mehr besetzt ist.“ Die Neu Wulmstorferin wünscht sich vor allem eines: eine stärkere Polizeipräsenz in ihrem Ortsteil, auch nach 22 Uhr.

„Die letzten Einbrüche in Neu Wulmstorf wurden im August gemeldet“, gibt der Polizeisprecher des Landkreises Harburg, Jan Krüger, gegenüber dem
WOCHENBLATT bekannt. Tatsächlich habe es im ersten Quartal des Jahres vermehrt Einbrüche in der Gemeinde gegeben. Diese hätten sich bis auf einen Vorfall in der Kantstraße im Februar auf die Wohngebiete rund um die Theodor-Heuss-Straße konzentriert.

„Die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität hat eine hohe Priorität“, informiert Krüger. Daher würden Streifenwagen überwiegend durch Wohngebiete fahren. Allerdings gäbe es in der Gemeinde Neu Wulmstorf rund 120 Kilometer Gemeindestraßen, dazu kämen noch Kreis-, Landes- und Bundesstraßen. „Ein erhöhter Einsatz von Streifenwagen kann daher nur brennpunktorientiert erfolgen“, so der Polizeisprecher.