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Die Bibel - ein Märchenbuch?

"Die Bibel ist ein Märchenbuch": Die Botschaft verbreitet Walter Witt seit Jahren in der ganzen Region (Foto: jd)
bc. Neu Wulmstorf. "Die Bibel - der größte Schwindel der Weltgeschichte! Das Christentum - der größte Kriminalfall der Menschheit! Mythos Jesus - ein unvergleichbarer welthistorischer Humbug!" Thesen, die Walter Witt (70) aus Neu Wulmstorf aufgestellt hat. Der Religionskritiker engagiert sich seit mehr als zehn Jahren gegen die Kirche und ihre Schriften.

Am Mittwoch, 29. Mai, um 20 Uhr laden Witt und Autor Hans-Jürgen Wolf aus Ulm ("Geschichte der Hexenprozesse – Holocaust und Massenpsychose vom 16. bis 18. Jahrhundert") in die Hauptschule in Neu Wulmstorf ein. Themen des Abends: "Was sind eigentlich Religionen" und "Was wirklich in der Bibel steht". Der Eintritt ist frei.

Zum ersten Mal überhaupt hat Witt einen solchen öffentlichen Themenabend organisiert. Mit der Kirche steht der Humanist auf Kriegsfuß. Bewaffnet mit Filzstift und Straßenmalkreide zieht er oft nachts los und schreibt seine Botschaft "Die Bibel ist ein Märchenbuch" auf Litfaßsäulen oder Asphalt. Möglichst dort, wo viele Menschen unterwegs sind: am Hamburger Hafen, vor dem Axel-Springer-Gebäude, auf dem Kirchentag. "Wenn man weiß, dass 80 Prozent aller irdischen Konflikte eine religiöse Ursache haben, dann bekommt man einen Kulturschock und muss dagegen etwas unternehmen", sagt Witt.

Dr. Florian Schneider, Pastor der evangelischen Lutherkirche in Neu Wulmstorf, kennt Walter Witt und seine Thesen. Religionskritik gehöre zu einer demokratischen und freien Gesellschaft dazu, sagt Schneider. "Die Grenze ist für mich aber dann erreicht, wenn dabei religiöse Gefühle bewusst verletzt werden", stellt der Pastor klar.

Lutz Tietje, Pastor der St. Paulus-Kirchengemeinde in Buxtehude, sagt auf WOCHENBLATT-Nachfrage: "Sollte es sich bei dem Vortrag um eine Hetzkampagne gegen die Kirche handeln, ist das nicht in Ordnung." Eine Gemeindeverwaltung stehe in der Pflicht zu prüfen, für welche Veranstaltungen sie ihre Räume zur Verfügung stellt.

Nach Angaben von Neu Wulmstorfs Gemeindesprecher Michael Krüger habe sie das auch getan. "Es gibt klare Richtlinien für die außerschulische Nutzung. Es gab keinen Grund und keine Handhabe, diese Veranstaltung zu untersagen." Eine Absage wäre nur möglich gewesen, wenn Verstöße gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung oder strafbare Handlungen zu erwarten seien, so Krüger.

Laut Walter Witt betreibt er keine Hetze gegen die Kirche, sondern er liefere Information und kläre auf: "Religiös-sensible Menschen sollten aber lieber nicht an dem Themenabend teilnehmen."