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Ein Unglück mit Ansage

Die Mütter Jutta Sommer (v.re.), Kerstin Drögmund und Imke Peters haben einen Unfall bereits Ende 2012 prognostiziert
bc. Elstorf. Jetzt ist das Unglück passiert, welches viele Eltern in Elstorf befürchtet hatten. Am Montagmorgen endete der Schulweg für einen achtjährigen Jungen im Krankenhaus. Der Schüler wollte die Bundesstraße überqueren. Als die Ampel auf Grün umsprang, trat er auf die Fahrbahn und wurde von einem Lkw erfasst. Der Unfall ist besonders tragisch, weil erst am vergangenen Donnerstag entschieden wurde, die Ampelphase nach der Kritik vieler Eltern zu optimieren. "Wir sind entsetzt", sagt Neu Wulmstorfs Gemeindesprecher Michael Krüger.

Wie berichtet, sorgen sich Elstorfer Eltern seit Jahren um ihren Nachwuchs. Ihrer Ansicht nach ist die einzige Ampel an der viel befahrenen B3 falsch geschaltet. Der Zeitraum zwischen Rot für den Straßenverkehr und Grün für die Fußgänger müsste um wenige Sekunden verlängert werden. "Täglich rauschen hier mehrere Autos und Lkw bei Rot rüber. Dann haben die Fußgänger aber auch schon Grün", klagte Jutta Sommer im WOCHENBLATT. Die Mutter hat einen Sohn in der 1. Klasse. Unterstützung erhielten die Elstorfer Eltern von Politik und Verwaltung der Gemeinde.

Doch zunächst bissen alle Beteiligten bei der zuständigen Straßenbaubehörde in Lüneburg auf Granit. Der Kreuzungsbereich B3/Ecke Mühlenstraße (L235) sei kein Unfallschwerpunkt, teilte das Amt Ende des vergangenen Jahres mit. "Ein Schlag ins Gesicht für uns Eltern", schimpfte Jutta Sommer.

Am vergangenen Donnerstag kam es zu einem erneuten Gespräch zwischen Vertretern der Straßenbaubehörde, des Landkreises Harburg und Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf Rosenzweig. Jetzt sollte es zu einem Kompromiss kommen. Die Lüneburger Behördenvertreter stimmten einer sechsmonatigen Testphase zu, in der der zeitliche Abstand zwischen der Rotphase für Autos und der Grünphase für Fußgänger verlängert wird.

Darüber hinaus sollen ein Warnschild und Straßenmarkierungen erneuert werden - sofern es das Wetter zulässt. Nach der halbjährlichen Probephase soll möglicherweise im Bereich Shell-Tankstelle/Schule eine gelbes Blinklicht als Vorwarnung für eine beginnende Rotphase angebracht werden - ähnlich wie an der Kreuzung B3/Rosengartenstraße. "Wir werden den Druck auf die Behörde jetzt noch einmal erhöhen, die Maßnahmen schnell umzusetzen", sagt Elstorfs Ortsvorsteher Peter Hauschild.

Der achtjährige Schüler hatte offenbar Glück im Unglück. Er erlitt bei dem Zusammenstoß nach ersten Erkenntnissen Prellungen und eine Gehirnerschütterung. Laut Polizeiangaben dämpften eine dicke Strickmütze und der prall gefüllte Schulranzen den Aufprall. "Die Verletzungen hätten weitaus schlimmer ausgehen können", sagt Polizeisprecher Jan Krüger.

Ein gleichaltriger Junge, der noch am Fahrbahnrand stand, wurde durch herumfliegende Teile des Lkw am Kopf getroffen. Er kam mit ein paar Kratzern davon und konnte seinen Weg zur Schule fortsetzen.

Der Lkw-Fahrer gab bei der Polizei an, bei Gelblicht an die Ampelkreuzung gefahren zu sein, die dann noch auf Rot umsprang. Trotz einer Vollbremsung traf er den Jungen. Gegen den 30-Jährigen wurde ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

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