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"Eine Bereicherung für jede Familie"

Bei ihren Gasteltern Sabine und Gerhard Brauer aus Rade erholten sich Dascha (li.) und Vika aus Weißrussland vier Wochen lang
bc. Rade. Sie wachsen nahe der Hölle von Tschernobyl auf: die Kinder aus Gomel in Weißrussland. Sie leben in einer verseuchten Umwelt und leiden auch 27 Jahre nach der Atomkatastrophe noch unter den Folgen des Reaktorunfalls. Gerade die Jüngsten brauchen regelmäßig Erholung.

Am Donnerstag ging für 26 weißrussische Kinder eine fantastische vierwöchige Ferienzeit im Kirchenkreis Hittfeld zu Ende. Auch für Dascha (10) und Vika (9) aus dem kleinen Dorf Wornowka bei Gomel am südlichen Zipfel Weißrusslands. Zum letzten Mal scherzten sie mit ihren Gasteltern Sabine und Gerhard Brauer aus Rade (Neu Wulmstorf). Zum letzten Mal spielten sie mit den Hunden und Katzen der kleinen Familie. Es war ein herzlicher Abschied. "Ich kann nur allen raten, sich als Gasteltern zur Verfügung zu stellen. Es ist ein Bereicherung für beide Seiten", erzählt Sabine Brauer.

Jährlich organisiert die Landeskirche in Hannover die Tschernobyl-Hilfe. Ziel ist es, möglichst vielen Kindern die Chance zu geben, einen Teil ihrer Ferien in Deutschland zu verbringen, um gesund zu bleiben. Jedes Jahr lädt der Kirchenkreis Hittfeld zirka 30 Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren ein, vier Wochen lang frische Luft einzuatmen, unbelastete Lebensmittel zu essen und eine andere Kultur kennenzulernen.

Zum vierten Mal haben sich Sabine und Gerhard Brauer entschlossen, zwei junge Gäste aus Weißrussland aufzunehmen. "Es war wieder eine super Erfahrung", sagt Sabine Brauer. Die sprachlichen Barrieren wurden mit Händen und Füßen überwunden. Bei den gemeinsamen Aktivitäten mit den anderen Kindern in den Gastfamilien half ein Dolmetscher.

Viele Ausflüge standen für die jungen Gäste auf dem Programm: In diesem Jahr ging es nach Büsum, in den Serengeti-Park, in die Spielscheune nach Neu Wulmstorf, zum Klettern nach Buchholz und vieles mehr. Auch eine kleine Shopping-Tour musste sein. "Oft reisen die Kinder nur mit minimalem Gepäck an", weiß Sabine Brauer. Viele Kinder erleben in der glitzernden Einkaufswelt Deutschlands erstmals, was es heißt, in einer Überflussgesellschaft groß zu werden. "Es ist wichtig, den Kindern deutlich zu machen, dass auch wir nicht in einem Schlaraffenland leben", sagt Sabine Brauer.

Das Wichtigste ist aber: Die Ferienaktion hilft den Kindern bei der Stabilisierung ihrer Gesundheit. In einem unverseuchten Umfeld nehme die Radioaktivität im Körper der Kinder um bis 56 Prozent ab, weiß Pastor Fulko Steinhäuser aus Hollenstedt, der die Tschernobyl-Hilfe organisiert.

Das Problem: In den vergangenen Jahren haben sich immer weniger Gastfamilien gefunden, die Kinder aus Gomel aufnehmen wollen. Dabei muss erwähnt werden: Die Folgen der atomaren Katastrophe werden niemals verschwinden.

• Mehr Informationen über die Möglichkeit, sich für das Gasteltern-Programm zu bewerben, bei Pastor Fulko Steinhäuser unter Tel. 04165-80554.