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Elstorf: Landkreis Harburg genehmigt Laserblitzer

Erfolg für die Elterninitiative um Kerstin Drögmund (v.li), Horst Schween und Jutta Sommer: Der Landkreis bezahlt die Blitzanlage. Der Schulweg von Julia (v.li.), Greta und Lene wird sicherer
bc. Elstorf. Offiziell gilt die Bundesstraße 3 in Elstorf nicht als Unfallschwerpunkt. Inoffiziell weiß nicht nur Gastwirt Jan Lüdemann, wie gefährlich vor allem der Bereich B3/Ecke Mühlenstraße (L235) ist. Vor seiner Gaststätte spielen sich beinahe täglich brenzlige Situationen ab, bei denen es zum Glück noch keine Unfälle mit ernsthaften Folgen gegeben hat. Jetzt soll es den Rasern an den Kragen gehen.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreisausschuss in Winsen einstimmig knapp 200.000 Euro außerplanmäßige Ausgaben zur Verfügung gestellt. Mit dem Geld sollen auf beiden Straßenseiten Messsäulen aufgestellt werden, die sowohl Geschwindigkeit als auch Rotlichtverstöße überwachen - sogenannte „Poliscan“-Anlagen, grau-schwarze Säulen mit Lasertechnik. Solche Anlagen gibt es im gesamten Landkreis Harburg und Stade noch nicht. „Die Anlage ist Ende des Jahres einsatzbereit“, sagt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer.

Wie berichtet, machte im Frühjahr eine Elterninitiative auf den Missstand in Elstorf medienwirksam aufmerksam. Seit Jahren haben die Eltern Angst um ihre Kinder. Viele Schüler queren die Ampel auf ihrem Weg zur Grundschule. Täglich rauschen hier mehrere Autos und Lkw bei Rot rüber und gefährden Fußgänger, die die Straße bei Grün queren wollen.

Nachdem im März ein achtjähriger Junge von einem Lkw angefahren wurde, hatte die zuständige Landesbehörde für Straßenbau in Lüneburg bereits reagiert und den Zeitraum zwischen Rot für den Straßenverkehr und Grün für die Fußgänger um zwei Sekunden verlängert. „Dieses Problem ist gelöst. Es gibt aber immer noch viele Autos und Lkw, die bei Rot rüberfahren“, weiß Lüdemann. Da der Kreis die Anlage bezahlt und bei Rotlicht- oder Tempoverstößen das Bußgeld kassiert, dürfte sich die Anlage über die Jahre gesehen rechnen.

Eine Verkehrszählung in Elstorf Anfang März hatte ergeben, dass von durchschnittlich 15.000 Fahrzeug pro Tag ca. 700 zu schnell unterwegs sind. Seit mehreren Jahren fordert der CDU-Kreistagsabgeordnete Jan Lüdemann einen Rotlichtblitzer vor seiner Gaststätte: „Es muss ja nicht erst ein Mensch sterben, damit etwas passiert.“