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Elstorf: Woher stammt die Gewandspange?

Ein außergewöhnlicher Fund: eine Gewandspange mit Münze und Perlen (Foto: Archäologisches Museum Hamburg)

Bei Ausgrabungen in Elstorf Fibel und Münze entdeckt

ab. Elstorf.
Ein außergewöhnlicher Fund wurde bei Ausgrabungen im Neu Wulmstorfer Ortsteil Elstorf gemacht: eine reich verzierte Gewandspange aus vergoldeter Bronze, eine Münze und Perlen. Woher die Gewandspange stammt, steht noch nicht fest.

Wie berichtet, wurde der 2009 gemachte Fund eingegipst und vor kurzer Zeit gemeinsam mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz geöffnet. Der Gipsbock sei zuvor geröntgt worden, erklärt Dr. Jochen Brandt von der Bodendenkmalpflege im Landkreis Harburg. „Dabei wurde deutlich, dass es sich beim dem Fund um etwas Außergewöhnliches handeln muss.“ Die Funde konnten restauriert werden und förderten eine knapp zehn Zentimeter lange Gewandspange, eine sogenannte Fibel, zutage.

Seit mehr als zehn Jahren hat das Archäologische Museum Hamburg Ausgrabungen auf einem frühmittelalterlichen Gräberfeld durchgeführt. „Ein ungewöhnlicher Fund für diese Region“, sagt Brandt. Die Qualität sei eine Seltenheit, im Stil womöglich einzigartig.

Anhand der silbernen Münze, die ebenfalls dort gefunden wurde, war zu ermitteln, dass die Besitzerin der Fibel in der Zeit zwischen 820 und 850 verstarb. Die Münze, ein fränkischer Denar, wurde während der Regentschaft des fränkischen Kaisers Ludwigs des Frommen geprägt. Diese Münzen gelangten vereinzelt nach Norddeutschland und wurden hier als Amulett oder Anhänger verwendet. Weitere Grabbeigaben, ein Messer, eine Nadelröhrchen zum Aufbewahren von Nähnadeln und eine Perlenkette, gehören zu dem typischen Beigaben einer Frau dieser Epoche.

Eine exakte Bestimmung, woher die Fibel stamme, sei noch nicht erfolgt. „Diese Form kenne ich aus ganz Norddeeutschland nicht“, sagt Brandt. Es könne durchaus ein Stück aus dem Ausland sein und möglicherweise aus dem angelsächsischen oder ungarischen Raum kommen. Den Wert der Fibel, die gemeinsam mit den Münzen bis ins Grab hinein verdeutlichen soll, dass die Verstorbene zur besseren Gesellschaft des kleinen Dorfes gehörte, setzt der Archäologe im vierstelligen Bereich an. Die Untersuchung zur Herkunft der Fibel habe gerade begonnen.