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Famila in Neu Wulmstorf: SPD will Bürger befragen

Die Famila-Gegner haben dieses Plakat erstellen lassen (Foto: oh)
bc. Neu Wulmstorf. Die Neu Wulmstorfer SPD-Fraktion will die Bürger bei der Entscheidung über eine mögliche Ansiedlung des Verbrauchermarktes Famila stärker einbeziehen. Der Plan: Im Juni oder Juli sollen die Bürger über die einzelnen Schritte des laufenden Bebauungsplanverfahrens informiert werden. "Wir werden uns mit den Möglichkeiten einer direkten Bürgerbefragung beschäftigen", sagt Fraktionschef Tobias Handtke. Es habe seinen Reiz, deutlich zu machen, dass Neu Wulmstorf eine Gemeinde aller Bürger sei und nicht nur einzelner Interessenvertreter.

Die SPD, die gemeinsam mit der UWG-Fraktion für eine Entwicklung auf dem früheren Möbel Meyn-Areal an der B73 gestimmt hat, äußerte sich unterdessen zu der Kritik der neu gegründeten "Initiative Ortszentrum Neu Wulmstorf" (IONW). Wie berichtet, befürchtet die Interessengemeinschaft von Geschäftsleuten aus Bahnhof- und Hauptstraße (B73), dass durch einen Famila-Bau viele kleine Lädenbetreiber um ihre Existenz gebracht werden. "Die Betrachtung alleine aus Händlersicht kann für die Politik kein alleingeltendes Merkmal sein", sagt Handtke.

Es sei doch bemerkenswert, dass noch im vergangenen Jahr ein überregionaler Sprecher der Edeka-Gruppe vor einer Verödung der Bahnhofstraße gewarnt und gleichzeitig Interesse als Investor für die ehemalige Meyn-Fläche bekundet habe, so Handtke: "Das entzieht der Sorge in Richtung Bahnhofstraße komplett die Glaubwürdigkeit." Die Bahnhofstraße mit S-Bahn-Anschluss, Rathaus, Bücherei, Fachärzten sowie dem Schulzentrum werde auch in Zukunft eine attraktive Achse bleiben.

Die IONW hat inzwischen Aktionsplakate und Aufkleber verteilt. Auch Unterschriftenlisten gegen einen Verbrauchermarkt außerhalb des Zentrums wurden ausgelegt. "Es geht nur um ein Stimmungsbild", sagt Gerhard Peters, Koordinator der Initiative. In Gesprächen mit der IHK und dem Landkreis Harburg habe sich herausgestellt, dass der geplante Markt am Ortsrand ein neues Grundversorgungszentrum darstelle, so Peters: "Eine solche Planung ist nach der Regionalen Raumordnungsplanung und der damit einhergehenden Baunutzungsverordnung unzulässig." Die IONW will nun Gespräche mit allen Gemeinderatsfraktionen führen.