Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Geflügel bekommt Stallpflicht

Vorsorgemaßnahmen werden getroffen / Schutz vor Geflügelpest in Niedersachsen
Im Landkreis Stade muss frei gehaltenes Geflügel ab Samstag, 29. November, im Stall untergebracht werden. Auch für den Landkreis Harburg ist eine ähnliche Regelung geplant. "Bei der Aufstallungspflicht handelt es sich um eine rein vorsorgliche Maßnahme", erklärte Kreisveterinärin Dr. Sibylle Witthöft.

In einer Putenmastanlage in Mecklenburg-Vorpommern, einer Legehennenbatterie in den Niederlanden und in einem Mastenten-Zuchtbetrieb in England ist der Vogelgrippevirus H5N8 nahezu zeitgleich entdeckt worden. Vor wenigen Tagen wurde der Virus auch bei einem Wildvogel auf der Insel Rügen nachgewiesen. Bislang ist noch kein Fall in Niedersachsen bekannt, doch eine intensive Vorsorge scheint zwingend notwendig.

Einer der größten Geflügelhalter der Region, Henner Schönecke, steht dem Thema eher gelassen gegenüber: "Für uns wäre die Aufstallungspflicht nicht so dramatisch. Jede freilaufende Legehenne hat einen Platz im Stall." Den Virus selbst nimmt der Neu Wulmstorfer allerdings sehr ernst und ergreift Maßnahmen, beispielsweise keine fremden Besucher mehr in den Stall zu lassen und den Kontakt zwischen freilaufendem Geflügel und Wildvögeln zu minimieren.

Die bereits vorliegenden Fälle zeigen, dass selbst bei einer Stallhaltung den Virusbefall nicht ausgeschlossen werden kann. Dieser Umstand beschäftigt auch Henner Schönecke. "Die Frage ist, wie der Virus in England und den Niederlanden in die Ställe gelangt ist. Hat ein Schadnager ihn reingebracht oder ein Mensch?"

Geflügelhalter sollten, so die Kreisveterinärärztin, folgende Regeln beachten: Freilaufendes Geflügel darf nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Die Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, muss für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Geflügelhalter werden dazu angehalten, den Gesundheitszustand ihrer Tiere gewissenhaft und regelmäßig zu kontrollieren.

Die Übertragung des Virus erfolgt entweder durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Kontakt mit viruskontaminierten Materialien wie Einstreu. Er kann auch durch den Menschen und seine Schuhe oder Schutzkleidung transportiert werden.

Bis Redaktionsschluss lagen noch keine Meldungen zu einem Virus-Fall innerhalb Niedersachsens vor.