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Grünen-Chef pro Rennradfahrer / BUND kritisch

Die Panzerringstraße gilt als ideale Trainingsstrecke für Radsportgruppen
bc. Neu Wulmstorf. Die Diskussion um die Nutzung der früheren Panzerringstraße im Naherholungsgebiet Wulmstorfer Heide als Rundkurs für Radsportgruppen geht weiter. Grünen-Fraktionschef Joachim Franke kann die Aufregung nicht nachvollziehen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wanderer auf der Betonpiste ihre Touren machen. Sie wollen doch die Natur erleben." Rennräder könnten auf den Wanderwegen überhaupt nicht fahren und täten dies auch nicht. Franke: "Wie soll es da zu Konflikten kommen?"

Wie berichtet, haben Naturschützer Bedenken, dass Gruppen von angeblich rücksichtslosen Rennradfahrern erholungssuchende Wanderer und Spaziergänger stören könnten. Der Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg als Eigentümer der Wulmstorfer Heide liegt ein gemeinsamer Antrag von Rennrad-Gruppen aus Hamburg und dem Radsportbezirk Lüneburg vor, in dem es um mehrere Übungseinheiten pro Woche und bis zu drei Rennen pro Jahr geht.

Bislang ist es nur der Radsportabteilung des TVV Neu Wulmstorf gestattet, auf der Panzerringstraße zu trainieren. Die Politik in Neu Wulmstorf hat jedoch nichts dagegen, auch auswärtigen Sportlern das Fahren dort zu erlauben. Laut Franke geht es um bis zu drei Rennen im Jahr und zweimal wöchentliches Training von Jugendlichen.

Hintergrund: Der Masterplan für die Nachnutzung der Wulmstorfer Heide nach dem Abzug der Bundeswehr vor gut acht Jahren - unterzeichnet von Bund, Stadt Hamburg, Landkreis Harburg und Gemeinde Neu Wulmstorf - sieht unterdessen ganz klar vor, dass die Panzerringstraße für den Radsport weiterentwickelt werden soll.

Udo Poser von der Neu Wulmstorfer BUND-Ortsgruppe steht einem möglichen Ansturm von "Rennrad-Rasern" (O-Ton Poser) sehr kritisch gegenüber. Der Masterplan sei ohnehin nur eine "Ideenskizze ohne Rechtsverbindlichkeit". "Wenn schon Hamburg den Masterplan in Bezug auf Wohnbebauung auf dem Gelände der früheren Röttiger-Kaserne nicht einhält, ist doch auch Neu Wulmstorf nicht gezwungen, Hamburger Radsportlern das Training auf Gemeindegebiet zu erlauben", merkt Poser an.

Die uneingeschränkte Nutzung der Panzerringstraße als Rennradpiste sei mit dem Tier- und Naturschutz in der Wulmstorfer Heide absolut nicht in Einklang zu bringen. Poser: "Die Tiere links und rechts neben der Straße würden vor allem in der Brut- und Setzzeit extrem gestört werden."

Eine Entscheidung, ob auch die Hamburger und Lüneburger Rennradgruppen in Neu Wulmstorf trainieren dürfen, will die Naturschutzstiftung im Oktober treffen. Poser: "Sollte die Stiftung das Gebiet freigeben, dann bitte nur für das Training von Jugendlichen und vielleicht auf einen Tag pro Woche beschränkt."