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Hundegesetz: Keine Ausnahme für das LPT

Schätzungen zufolge sollen in Mienenbüttel zwischen 300 und 800 Hunde vegetieren (Foto: oh)
bc. Neu Wulmstorf-Mienenbüttel. Das neue Niedersächsische Hundegesetz, das am 1. Juli 2013 in Kraft getreten ist, gilt auch für die Tierversuchsanstalt in Neu Wulmstorf-Mienenbüttel. Das ergab eine Anfrage der Grünen-Ratsfraktion in der Gemeindeverwaltung, die sich wiederum beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung rückversichert hat.

Danach muss sich das Laboratorium für Pharmakologie und Toxikologie (LPT) mit Sitz in Hamburg-Neugraben, das die Außenstelle in Mienenbüttel betreibt, genauso wie jeder private Hundehalter in Niedersachsen an die Verordnungen halten. "Gut, dass es keine Ausnahmeregelungen für Tierquäler gibt", sagt Grünen-Fraktionschef Joachim Franke.

Das LPT muss demnach alle Hunde, die älter als sechs Monate sind, mit einem Mikrochip kennzeichnen lassen. Jeder in Niedersachsen gehaltene Hund muss seit dem 1. Juli vom Halter in einem Zentralregister gemeldet werden. Außerdem müssen alle Hunde ab einem Alter von sechs Monaten mit einer Haftpflichtversicherung gegen Personenschäden abgesichert sein. Ein vermutlich nicht unbedeutender Kostenfaktor für das Labor. Schätzungen zufolge schwankt die Zahl der Beagle-Hunde, die beim LPT ein trauriges Dasein fristen, zwischen 300 und 800 Tieren. Übrigens: Bei Nichtbeachtung dieser Kriterien kann vom Gesetzgeber eine Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro verhängt werden.

Das LPT mauert, wo es nur kann. Noch nicht mal der Neu Wulmstorfer Gemeindebürgermeister Wolf Rosenzweig durfte trotz jahrelangen Bittens einen Blick ins Innere des Labors werfen. Jetzt wittert der Rathauschef eine neue Chance, dem hermetisch abgeriegelten Tierversuchslabor einen Besuch abstatten zu dürfen. Denn die Behörde, die die Umsetzung des Gesetzes überprüfen muss, ist die Neu Wulmstorfer Gemeindeverwaltung. "Wir haben das Unternehmen bereits angeschrieben", informierte Rosenzweig in der jüngsten Ratssitzung. Falls das LPT das Ordnungsamt an der Eingangspforte abweise, "rücke man mit der nötigen Unterstützung an", so Rosenzweig gegenüber dem WOCHENBLATT.

Das WOCHENBLATT bat das LPT am Freitagvormittag schriftlich um eine Stellungnahme. Bis Redaktionsschluss am Montagnachmittag erhielt die Redaktion keine Antwort. Sabine Brauer, Sprecherin der Tierschutzorganisation "Lobby pro Tier", weiß genau, warum das LPT die Öffentlichkeit scheut: "In dem Moment, in dem sich das LPT öffnet, müssen sie erzählen, was sie machen. Das ist nicht vorzeigbar."