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Interview mit LeA-Geschäftsführerin: "Die Bewohner brauchen Spenden"

Die neue LeA-Geschäftsführerin Sabine Drevin (Foto: oh)
 
Die Öffnungszeiten des integrativen Bahnhofskiosks von LeA wurden reduziert
bc. Neu Wulmstorf. Seit fünf Monaten leitet Sabine Drevin (49) die Geschicke in den Laurens-Spethmann-Häusern der Integrativen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft (LeA) in Neu Wulmstorf. Ein Posten mit viel Verantwortung für die frühere Geschäftsführerin der Lebenshilfe in Münster, schließlich ist "LeA" etwas ganz besonderes in der Region: die einzige Einrichtung weit und breit, die auch Schwerstbehinderte in ihr Wohnkonzept integriert. Das WOCHENBLATT-Interview:

WOCHENBLATT: Was macht den Reiz Ihrer neuen Aufgabe aus?

Sabine Drevin: Als Geschäftsführerin und Heimleiterin der LeA gGmbH bin ich für die laufenden Aufgaben in den Wohnhäusern und im Bahnhofskiosk verantwortlich. Für mich ist es das allerschönste, dass ich so vielen sympathischen Bewohnerinnen und Bewohnern begegnen darf und täglich auf motivierte Mitarbeiter treffe.

WOCHENBLATT: Vor Kurzem hat der Gemeinderat die Änderung des Bebauungsplans für den Neubau von LeA mit einer Tagesförderung für 14 Schwerstbehinderte und neun Wohnungen auf den Weg gebracht - ein Millionenprojekt. Wann startet der Bau?

Drevin: Die Planungen laufen auf Hochtouren. Der Verein 'LeA e.V.' wird dazu in Kürze ausführliche Informationen bekannt geben.

WOCHENBLATT: Wie hoch ist der Bedarf an Betreuungsplätzen für Schwerstbehinderte?

Drevin: Die Wohnanfragenliste ist lang! Das führt für mich immer wieder zu sehr traurigen Erlebnissen. Es rufen Eltern und Angehörige an, die schon seit Jahren auf einen Wohnplatz bei uns warten! Seit Beginn meiner Tätigkeit habe ich schon fünfzehn Wohnanfragen erhalten.

WOCHENBLATT: Ist der laufende Betrieb gesichert? Zuletzt - so hörte man von ihrem Vorgänger Heiner Albers - sei die Spendenbereitschaft leicht abgeebbt.

Drevin: Die finanzielle Situation der Wohnhäuser stabilisiert sich durch viele kleine Verbesserungsmaßnahmen zusehends. Die verbleibenden strukturellen Defizite aufgrund des großen Anteils von Menschen mit einem sehr großen Unterstützungsbedarf können dank regelmäßiger großer Spenden der Laurens Spethmann- Stiftung und der zahlreichen Hilfen unserer vielen Unterstützer abgedeckt werden. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass die Bewohner unserer Häuser auf regelmäßige Spenden angewiesen sind, um das von uns für richtig erachtete Niveau abzusichern.

WOCHENBLATT: Gibt es neue Ideen, wie Gelder eingesammelt werden können?

Drevin: Die aktiven Mitglieder im 'LeA e.V.' unterstützen die Wohnhäuser weiterhin durch gesammelte Spendengelder, die bei verschiedenen Aktionen zusammengekommen sind. Zum Beispiel beim Maibaumfest, bei Tombolas und Flohmarkt-Verkäufen. Zusätzliche Spenden können bei Online-Einkäufen über den Link clicks4charity.net/lea generiert werden. Dadurch wird eine kleine Spende für LeA ermöglicht, ohne dass für den Käufer zusätzliche Kosten entstehen.

WOCHENBLATT: Warum musste der integrative LeA-Kiosk am Bahnhof die Öffnungszeiten reduzieren?

Drevin: Ein Bahnhofskiosk erzielt den überwiegenden Umsatz in den frühen Morgenstunden, wenn die Pendler auf dem Weg zur Arbeit mit Brötchen und Kaffee versorgt werden können. Die neuen verkürzten Öffnungszeiten helfen uns, einem kostendeckenden Betrieb des Kiosks näher zu kommen. Nur ein finanziell stabiler Kiosk kann dauerhaft die Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen am ersten Arbeitsmarkt anbieten. Diese sind für unsere Beschäftigten so wichtig, weil sie im Kiosk einen Arbeitsplatz haben, der ihnen einen Platz in der Arbeitswelt bietet. Dadurch fühlen sie sich als ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.