Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Kläger und A26-Planer sollen sich außergerichtlich einigen

ADR-Vorsitzender Andreas Bartels
bc. Rübke. Der Spatenstich am vergangenen Donnerstag hat es gezeigt. Die Rübker Bürger haben massive Existenzsorgen (das WOCHENBLATT berichtete). Sie befürchten, dass ihr Dorf dem Bau der A26 geopfert wird. Jetzt keimt ein kleiner Hoffnungsschimmer auf. Mitte Oktober soll die Bürgerinitiative "Arbeitsgemeinschaft Dorferhaltung Rübke" (ADR) im Rahmen eines Mediationsverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg auf die zuständigen Straßenbauplaner treffen. Ziel ist eine außergerichtliche Einigung.

Wie berichtet, haben neun Anwohner der Rübker Ortsdurchfahrt L235 (Nincoper Deich) gegen den Planfeststellungsbeschluss für den dritten Bauabschnitt der A26 von Buxtehude bis Neu Wulmstorf geklagt. Die Klage richtet sich gegen die prognostizierten Verkehrsstärken, die die Rübker als zu niedrig angesetzt sehen. Die Bürger befürchten Schäden an ihren Häusern durch das erhöhte Verkehrsaufkommen, sofern die A26 freigegeben wird, bevor sie an die A7 in Hamburg angeschlossen ist. Die Kläger fordern ein Nachtfahrverbot für Lkw sowie ein generelles Tempolimit auf 30 km/h für den Schwerlastverkehr. Schon jetzt wackeln die Tassen im Schrank, wenn ein Brummi durch den Ort donnert. "Es ist doch ein Paradoxon, dass auf der L235 in Rübke kein Tempolimit möglich sein soll, wenige Kilometer weiter auf Hamburger Gebiet in Neuenfelde aber seit Jahren Tempo 30 für Lkw auf der selben Straße gilt", sagt ADR-Vorsitzender Andreas Bartels.

Auch das Thema Ortsumgehung ist nach wie vor akut. Sie soll die Rübker Bürger entlasten. Doch die Planung stockt. Derzeit ist die Anschlussstelle so geplant, dass die Autos und Lkw über die L235 durch den Ort rauschen. Politik und Verwaltung wollen jedoch die Abfahrt so verschwenken, dass eine Umfahrung des Ortes auf Hamburger Gebiet möglich ist. "Dazu muss aber zunächst das Land Niedersachsen seine Pläne für die L235 ändern", sagt CDU-Ratsherr Ekkehard Schmidt-Riediger, leidenschaftlicher Kämpfer für die Ortsumgehung. Der moorige Untergrund in Rübke sei bei der Planung der Abfahrt im Planfeststellungsbeschluss nicht berücksichtigt worden.

Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf Rosenzweig (SPD) nutzte den Spatenstich, um Daniela Behrens, Staatssekretärin im niedersächsischen Verkehrsministerium, auf die Problematik hinzuweisen. Behrens signalisierte Gesprächsbereitschaft.