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"Love-Mobil steht nicht auf Kirchengrund"

Dieses Love-Mobil an der B3 soll angeblich mit der Hinterachse auf Elstorfer Kirchengrund stehen
bc. Elstorf. Pastorin Ruth Stalmann-Wendt widerspricht Gerüchten, ein Love-Mobil an der B3 kurz hinter der Kreuzung mit der Rosengartenstraße stehe auf dem Grund der Elstorfer Kirche. Nach Angaben von Neu Wulmstorfer Politikern und hochrangigen Verwaltungsmitarbeitern soll angeblich ein rollendes Bordell mit der Hinterachse auf dem Gelände des St. Nicolai-Kirchenwaldes parken. "Unser Beauftragter für Land und Pacht, Reinhard Wiegers, hat das geprüft. Es steht zwar dicht an der Grenze, aber nicht auf unserem Grundstück", sagt Stalmann-Wendt. Andernfalls hätte die Kirche längst reagiert. "Wir dulden keine Prostitution und schon gar nicht auf unserem Gebiet", stellt die Pastorin klar.

Unterdessen fordern die Grünen im Landkreis Harburg ein Ende der "scheinheiligen Diskussion über die Love-Mobile". Wie berichtet, sprach sich die CDU sowie die Regionalkonferenz der Gleichstellungsbeauftragten im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg für die Einrichtung von Sperrbezirken an den Bundesstraßen aus. Der Jugendschutz sowie der öffentliche Anstand seien gefährdet.

"Es ist nicht zu erklären, dass die CDU eine Kampagne gegen die Prostitution in Love-Mobilen aus dem Boden stampft und mit populistischen Argumenten deren Verbot fordert", sagt Ruth Alpers, Grünen-Fraktionsvorsitzende im Winsener Kreistag. Die Grünen sehen die Aufgabe von Politik nicht in der Stigmatisierung einzelner Gruppen. Vielmehr müsse die Politik dafür sorgen, dass es auch im Landkreis Harburg berufliche Alternativen für Prostituierte gebe.

Nach Angaben von Ruth Alpers stehen die Love-Mobile erst seit Einführung der Lkw-Maut auf den Parkplätzen entlang der Bundesstraßen in den Landkreisen Harburg und Stade. "Plötzlich, wenige Monate vor der Bundestagswahl, entdecken einige CDU-Landespolitiker das Thema Prostitution an den Bundesstraßen für sich, erheben moralinsauer den Zeigefinger und fordern Sperrgebiete", so Alpers.
Aus Sicht der Grünen sei dieser plötzliche Aufruhr schlichtweg peinliches Wahlkampfgetöse der CDU.

Alpers: „Das Gewerbe der Prostitution ist so alt wie die Menschheit selbst. An einer Debatte darüber, wie die Frauen, die diese Arbeit machen müssen, sozial abgesichert werden können, wie wir sie vor der gnadenlosen Ausbeutung durch Zuhälter und vor Menschenhandel schützen können, werden wir Grüne uns beteiligen. Von einer Kampagne, die einzig die Stigmatisierung der Frauen aus moralischen Gründen zur Folge hat, distanzieren wir uns hingegen ganz deutlich.“