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"Manches sollten sie wissen"

Hat für Belange älterer Menschen ein offenes Ohr: Neu Wulmstorfs Seniorenbeauftragter Dieter Scheel

Neu Wulmstorfs Seniorenbeauftragter hat ein offenes Ohr für ältere Menschen

Für Behördengänge, in Steuerfragen oder Testamentsangelegenheiten steht er älteren Menschen mit Rat und Tat zur Seite: Dieter Scheel (73) ist Seniorenbeauftragter der Gemeinde Neu Wulmstorf und gleichzeitig Mitglied im Kreisseniorenbeirat. In der dritten Wahlperiode hat der frühere Kaufmann nun dieses Ehrenamt inne, kümmert sich seit sieben Jahren um die Belange der älteren Generation. Scheel bietet eine Sprechstunde jeden ersten Mittwoch im Monat im Mehrgenerationenhaus "Courage" an.

Meist kann er helfen, oft muss sich Dieter Scheel selbst erst mal mit der Thematik auseinandersetzen. Immer wieder stellt er dabei fest, dass ältere Menschen ihre Rechte nicht kennen oder nicht wissen, wie sie diese wahrnehmen sollen. "Beispielsweise kann jeder handschriftlich ein 'Berliner Testament' aufsetzen. Dabei wird der Ehe- oder Lebenspartner als direkter Erbe eingesetzt. Das geht einfach und ganz formlos", berichtet der Seniorenbeauftragte.

Mit dem Erben in der Familie sei das so eine Sache, meint Scheel. "Natürlich möchte man seinen Kindern vertrauen, dass sie im Alter für einen da sind. Doch man weiß nie, unter welchem Einfluss sie stehen, wenn es mal darauf ankommt", sagt er. Es sei vorgekommen, dass eine Frau ihrer Tochter das Haus überschrieben habe, es jedoch versäumt hat, ihr Wohnrecht im Grundbuch eintragen zu lassen. Das Haus wurde verkauft, die Frau musste ausziehen.

Erlebt hat er auch schon, dass ein Heimbewohner aufgrund der Heimauflösung in ein anderes Pflegeheim gehen musste. Da hätte es ein schönes gegeben, so Scheel, aber "das war der Familie zu teuer - und die waren vermögend!" Er empfiehlt, sich bei der Heimwahl immer mehrere Heime anzuschauen. "In vielen kann man sogar probewohnen, das ist der Optimalfall", weiß der Neu Wulmstorfer.

"Sich vorab bei mir zu informieren ist sehr hilfreich und kostenlos", empfiehlt Dieter Scheel. "Damit will ich keinem Notar die Arbeit wegnehmen, sondern den Senioren helfen, das Wissen zu erhalten, das sie benötigen." Für seine Recherche zieht Dieter Scheel auch das Internet zu Rate. "Ich bin gut 'vernetzwerkt' und weiß, wo ich meine Infos herbekomme. Viele - gerade ältere Menschen - wissen es nicht."

Was häufig auch nicht bekannt ist: Wem nur 600 Euro zum Leben zur Verfügung stehen, kann Grundsicherung beantragen. Das bedeute aber, so der Seniorenbeauftragte, dass man seine finanziellen Verhältnisse offen legen müsse.
Dieter Scheel betont: "Was mir Menschen im Vertrauen erzählen, bleibt immer bei mir. Das erzähle ich niemandem weiter."

Der Leitfaden "Der Seniorenwegweiser" enthält viele nützliche Tipps und Anregungen. Er kann im Neu Wulmstorfer Rathaus bezogen werden oder über Dieter Scheel. Die Sprechstunde des Seniorenbeauftragten findet jeden ersten Mittwoch im Mehrgenerationenhaus "Courage", Ernst-Moritz-Arndt-Straße 14-16, statt. Weitere Infos bei Dieter Scheel unter Tel. 040-7000198.