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Mienenbüttel: "Wo ist der Weg abgeblieben?"

Günter Bellmann (li.) und Bernd Lückemann stehen auf dem Sichtschutzwall des neuen Mega-Gewerbegebietes in Mienenbüttel. Im Hintergrund endet die schmale Teerstraße, die früher ein beliebter Feldweg nach Wennerstorf war, am Fuß der Aufschüttung. Jetzt schlängelt sich stattdessen ein steiler Sandpfad durchs Gelände
bc. Mienenbüttel. Wenn die Bürger in Mienenbüttel schon nicht das Mega-Gewerbegebiet vor ihrer Haustür verhindern konnten, hätten viele doch gerne ihren geliebten Feldweg nach Wennerstorf behalten. Doch dort, wo früher Spaziergänger, Radfahrer und Mopeds, aber auch Landwirte mit ihren Traktoren unterwegs waren, sind riesige Logistikhallen aus dem Boden gewachsen. Mit der alternativen Route der "Wennerstorfer Straße", die nun als kurviger Wanderweg durch den aufgeschütteten Sichtschutzwall führt, sind die Menschen im Neu Wulmstorfer Ortsteil nicht einverstanden.

Zu schmal, zu steil: Für ältere Mitbürger und Kinder sei der Pfad ungeeignet. "Wo ist unser versprochener Feldweg abgeblieben? Von einem reinen Wanderweg war nie die Rede", beschwerte sich Günter Bellmann aus Rade kürzlich im Gemeinderat. Der politisch engagierte Bürger moniert: "Durch den Wegfall der Straße wird der Freizeitwert für die hier wohnenden Menschen weiter reduziert." Ein Fahrradausflug mit kleinen Kindern zum Museumsbauernhof nach Wennerstorf sei ohne Weiteres nicht mehr möglich.

Die "Wennerstorfer Straße", die die Dörfer Mienenbüttel und Wennerstorf verband, bestand seit Jahrhunderten. Selbst beim Bau der A1 vor mehr als 70 Jahren wurde auf dessen Existenz Rücksicht genommen und ein Tunnel unter der Autobahn geschaffen. Jetzt ist die uralte Trasse verschwunden.

Für die Landwirte kann das durchaus zum Problem werden. Ist die B3 dicht, müssen sie jetzt große Umwege in Kauf nehmen, um zu ihren Feldern zu gelangen. Besonders heikel wird es in der Erntezeit. Warum hat die Gemeinde den Weg für die Bauern gekappt?

Fachbereichsleiter Thomas Saunus erläutert, dass im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens davon abgesehen worden sei, den Weg für den landwirtschaftlichen Verkehr freizugeben - unter anderem, weil es Anwohner in Mienenbüttel und die Gemeinde Wennerstorf gewünscht hätten. Das vorhandene Straßennetz sei für die Landwirtschaft ausreichend. Zudem argumentiert Saunus, dass die Beschränkung des Weges auf Fußgänger und Radfahrer auch dazu diene, den Unterhaltungsaufwand für die Gemeinde möglichst gering zu halten.

Die Menschen in Mienenbüttel am Rande des Neu Wulmstorfer Gemeindegebiets fühlen sich von ihrer Verwaltung im Stich gelassen. In ihren Augen hat sich die Lebensqualität in einem der ältesten Ortsteile der Gemeinde dramatisch verschlechtert. Die seinerzeit im Kampf gegen den Logistikpark initiierte Bürgerinitiative Rade will sich demnächst wieder treffen, um neue Strategien zu entwickeln.