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Mit Porträt auf Wohnungssuche

Eine gelungene Ausstellung eröffneten (v. li.) die Kulturbeauftragte der Gemeinde, Karin Schröder, und Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig. Fotografin Katrin Beyer hatte die Fotografien angefertigt

Foto-Ausstellung "Aus meiner Sicht" in Neu Wulmstorf eröffnet

ab. Neu Wulmstorf.
Den nächsten Mieter über eine Foto-Ausstellung finden und etwas über sein Leben erfahren? Für jeden Vermieter müsste das eine reizvolle Vorstellung sein. Möglich  wird dies jetzt durch das gemeinsame Projekt des Netzwerks „Willkommen in Neu Wulmstorf“, den in der Gemeinde lebenden Flüchtlingen, der Neu Wulmstorfer Fotografin Katrin Beyer und der finanziellen Unterstützung der Hilfsorganisation Pro Asyl. In einer jüngst eröffneten Foto-Ausstellung im Neu Wulmstorfer Familienzentrum (Ernst-Moritz-Arndt-Str. 14) machen sich ab sofort wohnungssuchende Flüchtlinge mit ihren Porträts und einer kurzen Vita der Öffentlichkeit bekannt. Die Ausstellung kann noch bis Freitag, 1. Dezember, besichtigt werden.

In Neu Wulmstorf sei es für alle Wohnungssuchenden schwierig, eine Bleibe zu finden, für Flüchtlinge jedoch ganz besonders, stellte Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig in seiner Ansprache fest. Das liege vielleicht auch an Vorurteilen und Unwissen. „Die meisten Neu Wulmstorfer kennen die Flüchtlinge gar nicht. Diese Ausstellung ist aber ein gelungener Weg, einen Kontakt zwischen Bürgern und Flüchtlingen herzustellen“, so Rosenzweig.
Der Verwaltungschef sprach auch die Hilflosigkeit der Gemeinde deutlich aus: „Wir stoßen in der Verwaltung an unsere Grenzen“, sagte er, betonte aber, dass sich das bald ändern werde. Wie mehrfach berichtet, gibt es in Neu Wulmstorf einige Projekte, mit denen bezahlbarer Wohnraum realisiert wird.

Die Ausstellung gebe den Menschen ein Gesicht, fuhr Rosenzweig fort. Er hoffe, dass nicht nur Wohnungseigentümer und Immobilienmakler, sondern auch der ein oder andere Arbeitgeber ihren Weg in die Ausstellung fänden.

Für die gelungenen Porträts war Fotografin Katrin Beyer verantwortlich, die in rund fünf Stunden mehr als 40 Flüchtlinge fotografiert hatte, und das kostenfrei.

• In Neu Wulmstorf leben 300 Flüchtlinge in vier „Camps“, darunter 296 Männer, vier Frauen und elf Kinder unter 18 Jahre.