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Neu Wulmstorf: Ausländische Arbeiter gingen auf die Barrikaden

Eine Traube von osteuropäischen Arbeitern belagert das Büro des Personalvermittlers
bc. Neu Wulmstorf. Gegen Mittag entlud sich der Zorn der ausländischen Arbeiter. Ungefähr 70 Osteuropäer belagerten das Büro des Personaldienstleisters „BIR Service GmbH“ im Neu Wulmstorfer Gewerbegebiet an der Gottlieb-Daimler-Straße - stundenlang bis in die Abendstunden. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an und musste die sehr angespannte Lage beruhigen. Teilweise blockierten die Arbeiter auch die Zufahrt zum Gewerbegebiet.

Gegen 11.30 Uhr gab es den ersten Anruf bei der Polizei, weil ein ausländischer Arbeiter (22) einen Büroangestellten (37) im Streit um die Gehaltsabrechnung geschlagen hatte. Wenig später rotteten sich mehrere Arbeiter vor dem Firmengebäude zusammen und stürmten dieses gegen 13 Uhr. Die alarmierte Polizei drängte die Ausländer wieder auf die Straße. Im Laufe des Nachmittags und Abends versuchten Dolmetscher und auch Vertreter des DGB, die Lage zu klären und zu vermitteln. Gegen 19.30 Uhr zogen die Arbeiter schließlich von dannen.

„BIR Service“ versorgt den benachbarten Wurstwarenhersteller „Schwarz Cranz“ über einen Werkvertrag mit Arbeitskräften. Die überwiegend offenbar rumänischen Arbeiter waren stinksauer, weil ihrer Meinung nach in vielen Fällen zu viel Lohn einbehalten und gemachte Versprechungen nicht eingehalten wurden. Der Protest richtete sich auch gegen die Bedingungen in ihren Wohnunterkünften.

Mehrere Arbeiter zeigten dem WOCHENBLATT empört ihre Lohnabrechnungen. Einer sollte einen Monatslohn von Brutto 1.563,90 Euro bekommen, nach allen Abzügen wurden laut Abrechnung nur 641,88 Euro ausgezahlt.

Wie verzweifelt augenscheinlich die Arbeiter sind, zeigt die Tatsache, dass sich laut Polizeisprecher Jan Krüger zwei von ihnen aus Protest unter einen Lkw legten, um diesen am Weiterfahren zu hindern und so ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Laut Medienberichten will „Schwarz Cranz“ der Sache auf den Grund gehen.