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Neu Wulmstorf: SPD macht einen Rückzieher

Die SPD hat nach Akteneinsicht jetzt doch nichts mehr gegen das "Grüne Warenhaus" am Bahnhof
bc. Neu Wulmstorf. Rolle rückwärts bei der Neu Wulmstorfer SPD: Das traditionsreiche "Grüne Warenhaus" darf wohl doch am Bahnhof bleiben. "Unser Wunsch Nummer eins ist es, dass das Warenhaus im Ort bleibt. Wenn es nur eine Lösung am Bahnhof gibt, werden wir der zustimmen", bestätigt SPD-Ortsvereinschef Thomas Grambow auf WOCHENBLATT-Anfrage.

Das hörte sich vor einigen Wochen noch ganz anders an. Wie berichtet, beantragte Geschäftsinhaber Hermann Siems bei der Gemeinde, den als "Verkehrsgrün" festgesetzten B-Plan in ein Gewerbegebiet zu ändern. Die SPD stellte sich quer: Den Bewohnern an der Kurt-Schumacher-Straße könne ein Gewerbegebiet vor der Nase nicht zugemutet werden, stellte Grambow im Oktober in einer Pressemitteilung klar. Die Lagerhallen des Warenhauses genießen zwar Bestandsschutz, sein Geschäft müsste er aber von woanders betreiben, so der SPD-Chef damals.

Jetzt, wo das Thema erneut am morgigen Donnerstag, 12. Dezember, auf der Tagesordnung des gemeindlichen Bauausschusses (19.30 Uhr, Rathaus) steht, haben sich die Sozialdemokraten nach intensivem Studium des städtebaulichen Vertrages zwischen Gemeinde und Inhaber umentschieden. Darin verpflichtet sich die Gemeinde, die Änderung des B-Plans zu bezahlen. Grambow: "Wir hätten unseren Standpunkt damals besser vorbereiten können. Aus dem Vertrag geht hervor, dass der Geschäftsinhaber einen Anspruch besitzt, dass der B-Plan geändert wird." Fakt sei: Die Gemeinde werde nicht vertragsbrüchig.

Hintergrund: Für den Bau des neuen Neu Wulmstorfer Bahnhofs verkaufte Siems 2006 einen Teil seines Grundstücks an die Gemeinde. In dem Zuge wandelte die Gemeinde das Stück Land, auf dem das "Grüne Warenhaus" seinen Firmensitz hat, im B-Plan in Verkehrsgrünland um. Laut Bürgermeister Wolf Rosenzweig hatte das Unternehmen seinerzeit signalisiert, umziehen zu wollen. Inzwischen will Siems doch am Bahnhof weitermachen.

Grambow gesteht ein, dass er persönlich nach wie vor der Meinung ist, dass es bessere Standorte in der Gemeinde für das "Grüne Warenhaus" gebe - zumal die Verkehrsbelastung durch den Anlieferverkehr in der Liliencronstraße schon jetzt grenzwertig sei.

• In der gleichen Sitzung am morgigen Donnerstag wird der Ausschuss auch über die geplante Ansiedlung der Warenhauskette "famila" auf dem brachliegenden Meyn-Gelände diskutieren.