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"Nicht negieren, sondern analysieren"

bc. Neu Wulmstorf. Walter Witt (70) und seine These ("Die Bibel ist ein Märchenbuch") sorgen für reichlich Diskussionsstoff. Am vergangenen Mittwochabend organisierte der Religionskritiker in Neu Wulmstorf einen Themenabend unter dem Motto "Was wirklich in der Bibel steht". Der Buchautor Judas Aries alias Hubert Berghaus ("Das Unternehmen Gott") aus Ibbenbühren (Nordrhein-Westfalen) hat sich seine Gedanken dazu gemacht. Das WOCHENBLATT druckt seinen Beitrag in Auszügen:

"Wenn Walter Witt die Bibel tatsächlich als ein Märchenbuch entlarvt hat, dann muss er mit Fakten belegen können, dass die biblischen Handlungen keinen roten Faden aufweisen. Aber wer hat die religiösen Schriften je daraufhin untersucht? Viel eher streitet man sich kleinlich und rechthaberisch um die Zuordnung biblischer Orte und Personen und verstärkt damit nur die vollkommen unreflektiert wiederholte Parole von den angeblich erfundenen, sich widersprechenden und mannigfach voneinander abgeschriebenen, gestrichenen, veränderten und rückveränderten religiösen Schriften.

Erforschen wir doch stattdessen den Verursacher selbst: nämlich Gott! Was wäre daran so abwegig, Gott selbst als Zielperson anzunehmen und dessen Handlungen zu untersuchen? Filtern wir die Schrift zum Beispiel nach den Worten „Gott schlug“, „Jehova tötete“, „vertilgen“, „vernichten“ und ähnliches. Dann finden wir Gott und Engel in konkreter Männergestalt bei der Arbeit, das heißt bei Völkermorden, bei der Ermordung Einzelner, bei Nötigungen, Anstiftungen zu Tötungshandlungen, bei der Volksverhetzung, bei der Inbesitznahme von Landstrichen nebst Bevölkerung und bei der Schließung von Verträgen mit irdischen Regenten und sogenannten Propheten.

Das ist kein Märchenbuch! Dahinter steckt eine durch die Epochen gleichbleibende Politik und Ideologie. Das ist eine menschenunmögliche Leistung. Also sollte gelten: nicht negieren, sondern analysieren; nicht polemisieren, sondern recherchieren!"